Zusätzlich zum durchgehend geführten Dienstagsmarkt (jeweils von 8 bis 11.30 Uhr) wird am Samstag der Markt wieder von 8 bis 12 Uhr angeboten. Zum Saisonstart lancieren die Marktfahrer eine Gutscheinaktion. Den Gutschein über fünf Franken finanzieren die Marktfahrer mit ihrer gemeinsamen Kasse, wie Lukas Studer weiss.

Er ist Sacharbeiter beim Amt für öffentliche Sicherheit und zuständig für den Wochenmarkt. «Beim Einzug der vier Franken pro Marktstand ziehen wir im Auftrag des Wochenmarktvereins zusätzliche zwei Franken ein», erklärt Studer. Das so gesammelte Geld bildet quasi die Vereinskasse der Marktfahrer und wird neben anderem für diese Gutscheinaktion verwendet, die bereits 2010 einmal durchgeführt wurde. «Der Rücklauf war damals gross, darum wollen die Marktbetreiber die Aktion wieder durchführen.»

Marktfahrer vereint in Prospekt

Mit dem Geld in der Vereinskasse wird aber erstmals auch ein gemeinsamer Prospekt der Marktfahrer teilweise finanziert. Im April soll dieser zur Verfügung stehen. Aufgelistet sind darin alle Marktfahrer mit ihren spezifischen Angeboten sowie den Tagen, an denen sie sich jeweils am Wochenmarkt beteiligen. Die Marktgänger erhalten damit eine Orientierung, welche Produkte sie am Dienstag oder Samstag einkaufen können.

Die aufgelisteten Marktfahrer sind zugleich die Mitglieder des Vereins Wochenmarkt in Langenthal. «Es ist bei uns etwas speziell», sagt dazu Vereinspräsident Ulrich Leibundgut. Der Melchnauer Bäcker gehört zum harten Kern der Marktfahrer. «Wer die zusätzlichen zwei Franken zahlt, ist automatisch Vereinsmitglied. Wir haben im Verein somit nur aktive Mitglieder. Wer sich nicht mehr am Wochenmarkt in Langenthal beteiligt, ist auch nicht mehr Vereinsmitglied.» Der Prospekt wird im Übrigen mit dem Slogan «Anders leben. Frische einkaufen.» für den Langenthaler Wochenmarkt werben.

«Beeritag» oder Apfeltag

Eine weitere Aktion des Wochenmarktvereins ist das «Märetapéro». An welchem Datum dieses durchgeführt wird, entscheidet der Wochenmarktverein an der nächsten Sitzung Ende April. Sicher sei, weiss Lukas Studer, dass der Anlass wiederum musikalisch umrahmt wird. Weitere Aktionen sind noch nicht definitiv geplant. «Wir wollen eigentlich gerne noch spezifische Tage einführen», sagt Leibundgut. Als Beispiele nennt er einen «Beeritag» oder einen Apfeltag.

«Zu diesen Tagen sollen alle Marktfahrer, unabhängig ihrer Berufsgattung, etwas beitragen.» Im letzten Jahr beteiligte sich der Verein zudem an der Gewerbeausstellung», sagt Studer, der zusammen mit der Stadt ein grosses Interesse daran hat, dass die Marktgasse belebt ist.

«Die Konkurrenz der grossen Anbieter macht es den Marktfahrern nicht leicht und die Generation der Marktbesucher wird immer älter», befürchtet Lukas Studer. In Bezug auf die Besucherfrequenz wurden die Marktfahrer im Februar wegen der Kälte auf eine harte Probe gestellt. «Vor einigen Wochen, als das Thermometer unter minus 15 Grad fiel, sind wirklich wenig Leute gekommen», erzählt Leibundgut. «Aber wir sind dennoch hingestanden, schliesslich kommen doch einige Kunden, und die wollen wir nicht enttäuschen.»

Grundsätzlich hat der Vereinspräsident aber durchaus ein gutes Gefühl. «Manchmal bemerkt man den Wechsel der Käuferschichten gar nicht. Der eine oder andere kann den Wochenmarkt nicht mehr besuchen, aber es kommen immer wieder neue junge Leute und junge Familien hinzu.» Vom Akademiker bis zum Arbeitslosen würden viele verschiedene Menschen den Markt besuchen, für den Leibundgut eine Zukunft sieht. «Wir haben ja erst vor kurzem mit dem Samstagsmarkt gestartet.» Beim Nachrechnen merkt aber auch der Vereinspräsident, dass bereits ein Jahrzehnt vergangen ist, seit der Wochenmarkt vom Wuhrplatz in die Marktgasse umzog und der Samstagsmarkt dazukam.