Stadt Bern

Ursula Wyss ist nun offiziell Gemeinderatskandidatin

Ursula Wyss will in die Berner Stadtregierung (Archiv)

Ursula Wyss will in die Berner Stadtregierung (Archiv)

Der Entscheid fiel einstimmig: Die SP Bern Nord schickt Nationalrätin Ursula Wyss in den Kampf um die Nachfolge von Gemeinderätin Edith Olibet. Damit ist Ursula Wyss nun offiziell Gemeinderatskandidatin

Die in der Stadt bestgewählte Nationalrätin und Fraktionspräsidentin im Bundeshaus wurde gestern Abend von ihrer Quartiersektion Bern-Nord einstimmig auf den Kandidaten-Schild für die Gesamterneuerungswahlen vom November 2012 gehoben. Wyss soll den Sitz der zurücktretenden Edith Olibet verteidigen.

Im Gemeinderat möchte sich die 38-Jährige für eine hohe Lebensqualität für alle einsetzen. Ihr besonderes Augenmerk würde vorab den Familien, älteren Menschen und Kulturinteressierten gelten, teilte die Partei mit. Zudem gab die Ökonomin bekannt: «Nach einer Wahl würde ich mein Nationalratsmandat geordnet übergeben.» Wyss’ Sitz im Bundeshaus würde nach dreizehn Jahren die 27-jährige Grossrätin Nadine Masshardt erben.

Und nun? Laut Co-Präsident Thomas Göttin wird die Geschäftsleitung der Stadtpartei Anfang Jahr eine Empfehlung zuhanden der Delegiertenversammlung vom 13. Februar abgeben. Göttin weiss bisher aber noch von keinen weiteren Sektions-Nominationen.

Grundsätzlich hat die SP mit Grünem Bündnis (GB) und Grüner Freier Liste (GFL) kürzlich eine weitere Auflage des seit bald 20 Jahren regierenden Rot-Grün-Mitte-Bündnisses (RGM) beschlossen. Punkto Listengestaltung sei dies der aktuelle Stand, so Göttin auf Nachfrage. Das GB will im März nominieren; als Kandidaten im Gespräch sind Nationalrätin Franziska Teuscher und Grossrat Blaise Kropf.

Finden sich BDP, GLP, CVP und EVP?

Die neue GFL-Präsidentin und alt Grossrätin Dorothea Loosli dagegen lädt auf Mitte Dezember zu einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung hinter verschlossenen Türen ein. Dabei will sie die Bündnisfrage für die Stadtberner Wahlen 2012 – ob mit der SP und dem GB oder mit den Grünliberalen, der BDP, CVP und EVP – nochmals aufs Tapet bringen.

Wie genau die Mitte-Liste um den bisherigen CVP-Gemeinderat Reto Nause aussehen wird, ist ebenfalls noch offen. Die BDP sucht intern nach Kandidaten; gegenüber dem «Bund» ihr Interesse signalisiert hat die aktuelle Stadtratspräsidentin und Grossrätin Vania Kohli. Bei der EVP sind ebenfalls noch keine personellen Entscheide gefallen. Ähnlich die Grünliberalen: Die Mitgliederversammlung erteilte dem Vorstand kürzlich ein Mandat zu Verhandlungen. Interesse an einer Kandidatur bekundet hat bereits Stadtrat Claude Grosjean. Der 36-jährige Jurist bewarb sich bereits vor vier Jahren um den Einzug in die Berner Stadtregierung, allerdings für die Liste des abgewählten Ex-FDP-Gemeinderates Stephan Hügli.

FDP: Christian Wasserfallen sagt ab

Nach Kronprinz Philippe Müller – der Grossrat und alt Stadtratspräsident sagte schon im Sommer ab – hat bei den Freisinnigen letzte Woche auch Nationalrat Christian Wasserfallen für eine Gemeinderatskandidatur abgesagt. «Ich habe noch genügend Zeit vor mir, um Gemeinderat zu werden», zitierte ihn die «Berner Zeitung». Hingegen zeigte er sich interessiert am Präsidium der FDP Schweiz; weniger dagegen an jenem der FDP Kanton, das ebenfalls neu zu besetzen ist. Nun seien die Mitglieder der Stadtratsfraktion gefordert, so Wasserfallen, den Sitz der zurücktretenden Barbara Hayoz zu verteidigen. Als Sohn des einstigen FDP-Gemeinderates Kurt Wasserfallens galt der 30-jährige Ingenieur als letzter Favorit. Noch diesen Monat will der Vorstand der FDP Bern Namen nennen.

SVP: Hess oder fünf Pragmatiker?

Bei der SVP als einziger seit Längerem von seiner Quartiersektion als Gemeinderatskandidat nominiert ist Grossrat und JSVP-Präsident Erich Hess. Mitte Dezember will die Stadtpartei über die Listengestaltung befinden. Während das Präsidium mit gemässigteren Kandidaturen für ein Zusammengehen mit der FDP plädiert, plädiert der umtriebige Lastwagenchauffeur für den Alleingang: «Wir haben genug fähige Leute für eine eigene Liste», so Hess. Für ein Restmandat reiche es der SVP in der Stadt Bern allemal. – Seit 2004, als Gemeinderätin Ursula Begert ausgeschlossen wurde, ist die SVP jedoch nicht mehr in der Stadtregierung vertreten. (sat)

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