Businesslunch

Spendable SC Langenthal Fans fühlen Tom Lüthi auf den Zahn

Thomas Lüthi (links) und Daniel Epp (rechts) beantworten Fragen von Heinz Schlatter.

Thomas Lüthi (links) und Daniel Epp (rechts) beantworten Fragen von Heinz Schlatter.

Der SC Langenthal reitet mit seinen Fans auf der Gefühlswelle. Die Donatoren wurden für ihr Engagement mit einer Begegnung mit Töffrennfahrer Tom Lüthi belohnt.

Man hätte denken können, man befinde sich an einem Gipfeltreffen der Gefühle. Hier Stephan Anliker, Verwaltungsratspräsident der SC Langenthal AG, der in seiner Begrüssungsrede am Donatorenlunch in den Gefühlen schwelgte: «Ich finde es wahnsinnig, wie interessant das Playoff sein kann. Es geht derart stark an die Nerven, dass man es kaum aushält.»

Es sei sicher interessanter, wenn der Verein nach einem Auf und Ab am Ende als Sieger dastehe, als wenn alles am Schnürchen laufe. «Das Auf und Ab bringt die Emotionen.» Und dort Tom Lüthi, Töffrennfahrer aus Linden im Emmental, der in einer Risikosportart die Gefühle der Rennsportfans einer ganzen Nation bestimmt.

Privileg den Fahrkünstler zu treffen

An dritter Stelle in diesem Gefühlsreigen sind die Donatoren des SC Langenthal zu erwähnen. Sie hatten das Privileg im neuen Gebäude der Calag AG im Wolfhusenfeld den Fahrkünstler zu treffen. Sie konnten nahe beim Star einen Kurzfilm über dessen Karriere betrachten und dabei die Gefühle des Porträtierten beim Blick in die Vergangenheit gleich live miterleben.

Sie konnten, wenn sie wollten, mit ihm reden. Donatoren oder Sponsoren sind manchmal eben näher an diesen weltbewegenden Emotionen als der kommune Zuschauer. «Der Geruch des Benzins, der Gestank der heiss gelaufenen Pneus oder die Hektik in der Box von Tom Lüthi, das ist unbeschreiblich, das sind Emotionen pur», beschreibt es einer der anwesenden Donatoren des SC Langenthal, der zugleich Sponsor von Tom Lüthi ist.

Finanzieller Rückhalt

Auf diese Gefühle bauen sowohl der Hockeyklub als auch Rennstallbesitzer Daniel Epp, wenn es jeweils darum geht, das Budget für die nächste Saison zusammenzukratzen. Schwieriger ist dies für Epp, der aktuell 1,5 Millionen Franken auftreiben muss. Er hat beispielsweise keine Halle mit viel Werbefläche zur Verfügung wie der SC Langenthal. Er verkauft Werbeflächen auf Tom Lüthi und versucht neu ebenfalls mit einem Sponsorenklub Gelder zu generieren.

Der SC Langenthal kann hier drei Vereinigungen vorweisen, die ein wichtiges finanzielles Standbein des Hockeyklubs bilden. Die grösste Donatorenvereinigung, die sich Businessclub 5000 nennt, zählt 125 Mitglieder. Jedes Mitglied muss 5500 Franken leisten, damit es eben manchmal etwas näher bei diesen Emotionen ist. Einmal im Monat können die Donatoren am Businesslunch teilnehmen, wo die Pflege des Netzwerkes im Vordergrund stehe, wie Angela Kölliker erklärt.

Sie ist beim SC Langenthal zuständig für Marketing und Kommunikation. Eine zweite Vereinigung trägt den Namen Masterclub. Jedes der 29 Mitglieder muss hier 11000 Franken Jahresbeitrag leisten. Und die bis anhin kleinste Donatorenvereinigung mit einem Dutzend Mitglieder ist der Private Club. Hier ist man mit 2500 Franken dabei.

«Der ist für Private gedacht, die etwas mehr machen wollen, als den SC Langenthal als Fan zu unterstützen.» Es seien nicht nur die Erfolge der 1. Mannschaft, die zu neuen Mitgliedern für die Donatorenvereinigungen führen würden. «Es läuft eigentlich seit Jahren gut. Es gab schon Rückgänge, dies aber vor allem in wirtschaftlich schwächeren Zeiten.»

Das grösste Gefühl

Derweil ist die Fragestunde angebrochen. Die Fragen stellt SCL-Verwaltungsrat Heinz Schlatter. Antworten geben Lüthi und Epp. Etwa: «Wie wichtig ist ein gut funktionierendes Team?» «Ein gut eingespieltes Team ist sehr wichtig. Wir sind nun in der zweiten Saison mit dem gleichen Team.

Man weiss, wie der andere tickt, und kann sich darauf einstellen», so Lüthi. Die grossen Emotionen kommen, wenn er zuoberst auf dem Treppchen steht, wie im letzten Oktober in Malaysia nach einer Durststrecke von fünf Jahren. «Das ist meine Motivation schlechthin. Für mich als Sportler gibt es nichts Schöneres, als ein Sieg und auf dem Podest die Schweizer Nationalhymne zu hören.» Das sei der grösste Moment, sagt der Rennfahrer.

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