Umweltbewusstsein

Soll es Mehrweggeschirr an öffentlichen Veranstaltungen geben?

Wird Mehrweggeschirr an bewilligungspflichtigen Veranstaltungen in Langenthal wieder ein Thema? Die Grünen verlangen die Prüfung einer obligatorischen Verwendung von Mehrweggeschirr an öffentlichen Veranstaltungen.

Mehrweggeschirr war schon mal ein Thema. Die Arbeitsgruppe BELLAngenthal diskutierte das Thema und seither ist in allen gastgewerblichen Bewilligungen für den öffentlichen Raum eine Empfehlung enthalten, die Verwendung von Mehrweggeschirr zu prüfen. «Die Auswirkungen dieser Empfehlung haben wir aber nie geprüft», erklärt Andreas Ryf, Leiter des Amtes für öffentliche Sicherheit (AföS).

Nun haben die Grünen ein Postulat eingereicht. Sie fordern, dass die obligatorische Verwendung von Mehrweggeschirr an bewilligungspflichtigen Veranstaltungen geprüft wird. «Als im vergangenen Jahr der Wuhrplatz eingeweiht wurde, waren die Abfalleimer überlaufen mit Einweggeschirr und auf den Tischen gab es eine grosse Unordnung», erklärt die Grüne Stadträtin Karin Rickli.

Die Abfallberge hätten sie gestört. Sie fragte sich, wie dieses Problem gelöst werden könnte und deshalb habe sie das Postulat lanciert. «Am Zibelemärit in Bern haben sie Mehrweggeschirr, das hat mich extrem beeindruckt.» Wissenschaftliche Untersuchungen würden zeigen, dass Mehrweggeschirr eine deutlich bessere Ökobilanz aufweise als Karton-, PET-, Starke- oder Polystrol-, aber auch als Palmblatt- und China-Schilf-Geschirr (inklusive Grauenergie, Transporte).

Studie aus Basel

«Deshalb sollte Mehrweggeschirr in Langenthal als Energiestadt an bewilligungspflichtigen Veranstaltungen eine Selbstverständlichkeit sein», schreibt Rickli in ihrem Postulat. In mehreren grösseren Schweizer Städten (Bern, Basel, Zurich, Luzern, Biel) ist an bewilligungspflichtigen Veranstaltungen Mehrweggeschirr vorgeschrieben. Die Erfahrungen dieser Städte zeigten, dass Mehrweggeschirr von den Besuchenden als stilvoll empfunden werde und keine Umsatzeinbussen zu verzeichnen seien, erklärt Rickli und – berichtet von einer Studie im «Joggeli» in Basel, die diese Erfahrungen bestätigt.

Ausserdem werde der Aufwand für den Reinigungsdienst verkleinert, was eine Kostensenkung für die Stadt bringe. «Ich denke, wenn ein Depot auf dem Geschirr erhoben wird, wird nicht mehr alles einfach auf den Boden geworfen», sagt Rickli und ergänzt: «Mehrweg sorgt für ein sauberes Festareal.» Weitere Vorteile sieht sie in der Beschaffenheit des Geschirrs. Die Plastikbecher seien leicht und würden nicht splittern. Zudem: «Mehrweg geniesst eine hohe Akzeptanz, speziell beim jüngeren Publikum.»

Bei einer Einführung von Mehrweggeschirr an bewilligungspflichtigen Veranstaltungen muss der Festveranstalter mit einem Mehraufwand rechnen. «Es wäre ein zusätzliches Element bei der Organisation einer Veranstaltung», so Ryf. Möglich wäre aber auch, dass die Stadt Mehrweggeschirr zur Miete abgibt. Die Stadt lässt sich aber noch nicht in die Karten blicken, wie ihre Antwort ausfallen wird. Das Amt für öffentliche Sicherheit wird einen Prüfbericht abgeben und der Gemeinderat seine Postulatsantwort an einer der nächsten Sitzungen dem Stadtrat vorlegen. Dieser kann dann eine Prüfung des Postulates verlangen oder nicht.

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