Die Tat geschah am 6. Dezember 1999 anlässlich eines missglückten Raubüberfalls auf einen Spielsalon in Langenthal. Der Kosovare und sein Komplize wurden von einem Securitas-Wächter auf frischer Tat ertappt. Als sich der Sicherheitsmann nicht wie geheissen auf den Boden legte, wurde er vom Angeklagten erschossen.

Der 43-jährige Kosovare habe kaltblütig und ohne zu zögern einfach abgedrückt, begründete das Kreisgericht in Aarwangen die Verurteilung wegen Mordes. Der Täter habe keinerlei Achtung vor dem Leben anderer gehabt.

Dass sich der Schuss versehentlich gelöst habe, glaubte das Gericht nicht. Der Angeklagte selber habe sich entlarvt, indem er sagte, er hätte den Wächter nicht erschossen, wenn sich dieser wie befohlen auf den Boden gelegt hätte.

Ausserdem habe der Kosovare nach seinem Geständnis verschiedentlich versucht, die Tat zu beschönigen und möglichst viel Schuld seinem noch immer flüchtigen Komplizen anzulasten. Er hoffe, dass der Mann nun im Gefängnis anfange, die Tat für sich aufzuarbeiten, sagte der Gerichtspräsident.

Nach der Tat war der Angeklagte jahrelang auf der Flucht. Diese führte ihn unter anderem in die USA und nach Argentinien. 2006 habe er sogar "das Toupé gehabt, wieder in die Schweiz zurückzukehren", betonte der Gerichtspräsident. Von Angst vor Strafe oder Gewissensbissen könne da wohl kaum die Rede sein.

Dank Hinweisen wurde der Mann schliesslich 2008 in Italien gefasst. Seither befand er sich in Untersuchungshaft und anschliessend im vorzeitigen Strafantritt.

Das Gericht verurteilte den Mann unter anderem auch zur Übernahme der Verfahrenskosten von gut 80'000 Franken.