Bern

Reitschul-Betreiber nehmen sich Zeit für weiteres Vorgehen

Die Reitschule bleibt

Die Reitschule bleibt

Die Betreiber der Reitschule wollen weiterhin im Dialog mit der Stadt bleiben. Am Sonntag entschieden sie den verkürzten Subventionsvertrag nicht zu unterzeichnen. An der nächsten Vollversammlung soll das weitere Vorgehen besprochen werden.

Die Betreiber der Berner Reitschule wollen sich nach ihrem Nein zu einem verkürzten Leistungsvertrag mit der Stadt Zeit nehmen, um das weitere Vorgehen zu erörtern. Derweil soll der Alltagsbetrieb im alternativen Kulturzentrum weitergeführt werden. «Wir mussten die Notbremse ziehen», sagte Samuel Steiner von der Interessengemeinschaft Kulturraum Reitschule Bern am Dienstag vor den Medien. Die Reitschule könne eine Leistungsvertrag mit einer Laufzeit von lediglich einem Jahr nicht akzeptieren.

Das Berner Stadtparlament hatte Mitte November die städtischen Subventionen nur für ein einziges Jahr statt für vier weitere Jahre genehmigt. Es war mit der Sicherheitslage rund um die Reitschule nicht zufrieden. Die jährlichen Subventionen an das Kulturzentrum betragen 380'000 Franken.

Gegen ständige Verhandlungen

Am Sonntag entschieden die Betreiber der Reitschule den verkürzten Leistungsvertrag nicht zu unterzeichnen. «Wir wollen nicht in eine Spirale geraten, in der wir jedes Jahr den Vertrag neu verhandeln müssen», erklärte Steiner. Ein solcher Verhandlungsaufwand würde den eigentlichen Kulturbetrieb lähmen. Der Betrieb der Reitschule erfordere eine längerfristige Planungssicherheit, sagte Lonny Sommer von der Interessengemeinschaft. Insbesondere das Tojotheater und der Dachstock hätten bereits bis Ende 2012 Buchungen vorgenommen.

Reitschule will mehr Zeit

Die Reitschul-Betreiber wollen aber im Dialog mit der Stadt bleiben, wie ihre Vertreter vor den Medien betonten. «Man kann zum Beispiel auch über andere Vertragsformen nachdenken», sagte Sommer. Die Fragen zum weiteren Vorgehen sollen an den nächsten Vollversammlungen der Reitschul-Betreiber erörtert werden. «Wir funktionieren basisdemokratisch und fällen Entscheide im Konsens», betonte Sommer. Ein solches Vorgehen brauche viel Zeit.

Miete wird bezahlt

Was die Finanzen betrifft, scheint das Fehlen eines neuen Vertrags im Moment keine Probleme zu bereiten. Das Geld für die Miete der Reitschule überweist die Stadt jeweils direkt an die Stadtbauten Bern. Sommer sagte, sie habe aus den Medien erfahren, dass die Stadt die Miete für das erste Quartal 2012 bezahlen wolle. In einem Interview mit der Zeitung «Der Bund» etwa nahm Veronica Schaller, Kultursekretärin der Stadt Bern und Leiterin der Abteilung Kulturelles, zu diesem Aspekt Stellung.

«Das Budget für nächstes Jahr ist vom Volk genehmigt worden», sagte Schaller. Die Betrag von rund 80'000 Franken für die Miete im ersten Quartal werde im Dezember an die Stadtbauten Bern überwiesen.

«Chance für einen Neuanfang»

Unklar ist hingegen, ob die Stadt der Reitschule den Anteil an die Nebenkosten von 60'000 Franken bezahlt. Doch dies macht den Reitschul-Betreibern derzeit keine grossen Sorgen.

«Dieser Betrag deckt nicht einmal die Hälfte unserer gesamten Nebenkosten», sagte Sommer. Die Reitschule könnte diese Kosten vermutlich aus laufenden Einnahmen sowie Spenden finanzieren, fügte Sommer an. Aber auch diese Frage und eine allfällige Anpassung des Budgets müssten an den Vollversammlungen besprochen werden.

Die Reitschul-Vertreter bezeichneten schliesslich die gegenwärtige Situation als «Chance für einen Neuanfang». In die Beziehungen zu den Stadtbehörden soll frischer Wind kommen, wie sie sagten.

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