Ständeratswahlen

Noch hält sich Werner Luginbühl bewusst zurück

Screenshot «Arena»

In Adrian Amstutz' Schatten: BDP-Ständerat Werner Luginbühl hält sich mit Äusserungen zur laufenden Ersatzwahl zurück.

Screenshot «Arena»

Die Schlacht ums «Stöckli» entscheidet sich wohl ers t am 13. November definitiv – Berns zweiter Standesvertreter der Bürgerlich Demokratischen Partei wartet ab.

Geht es dieser Tage um die bernischen Ständeratssitze, ist viel die Rede von SVP-Mann Adrian Amstutz und SP-Frau Ursula Wyss. Insgeheim gehts bei der Ersatzwahl übernächsten Sonntag aber auch bereits ein bisschen um alt Regierungsrat Werner Luginbühls politische Zukunft. Denn Berns zweiter Ständerat, der kurz nach der Wahl 2007 die Volkspartei verliess und die Bürgerliche Demokratische Partei (BDP) aufbauen half, kündete schon letzten Sommer seine Wiederkandidatur an.

Als «anständige» Alternative wurde die Abspaltung 2008 geplant; als «neue bürgerliche Kraft» wollte man sich rechts der Mitte positionieren. Nun gerät die BDP bei der aktuellen Ständerats-Ersatzwahl – allerdings nicht zum ersten Mal – in die Bredouille zwischen SP und SVP. Im ersten Wahlgang setzte sie nach Hearings mit Amstutz und Christa Markwalder auf die FDP-Frau. Eben hat die BDP für den zweiten Umlauf Stimmfreigabe beschlossen. Das Thema Adrian Amstutz – von BDPlern immer wieder als Teil der Ursache der Parteispaltung genannt – wird seither, wo immer möglich, umschifft. Auffällig am laufenden Wahlkampf ist aber auch: Amstutz stichelt nach anfänglichen Seitenhieben ebenfalls nicht mehr gegen die BDP. Der Sigriswiler achtet zudem tunlichst darauf, den Namen «Luginbühl» nicht mehr in den Mund zu nehmen. Doch spielt das alles derzeit noch gar keine Rolle. Denn entschieden wird eh erst am 23. Oktober 2011. Respektive am 13. November.

«Wenn Sie so wollen ...»

Wie aktuell droht nämlich auch bei den ordentlichen Erneuerungswahlen im Herbst ein zweiter Wahlgang. Und da wird Luginbühl als BDP-Ständerat dannzumal nicht nur von rechts unter Druck kommen, sondern auch aus der Mitte und von links. Bereits eine Kandidatur angekündigt haben Grünen-Nationalrat Alec von Graffenried. Und Ursula Wyss will – ob als Bisherige oder Neue – auf jeden Fall erneut antreten. Eng wird es für Werner Luginbühl aber auch, weil die FDP nach Markwalders Niederlage vor zwei Wochen ihren Anspruch erneut bekräftigte, im Oktober auch nochmals eine eigene Kandidatur stellen zu wollen. Wer, ist aber noch offen.

Hält sich Werner Luginbühl im Ersatzwahlkampf also deshalb zurück, um niemandem für die Wiederwahl im Herbst auf die Füsse zu trampen? «Wenn Sie wollen», sagt Luginbühl darauf angesprochen, «können Sie das so interpretieren.» Er hält aber auch fest: «Das Volk wird entscheiden: Dann muss ich mit der gewählten Person auf eine gute Art zusammenarbeiten können.» Laut Luginbühl wäre es der Arbeit im «Stöckli» abträglich, sich nun zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Dann nennt Luginbühl noch einen weiteren Grund für die Zurückhaltung: «Gerade Ständeräte pflegen enge Kontakte zum Regierungsrat, um Berns Interessen im Bundeshaus zu wahren.» Da zählten weniger laute Töne, was für ihn «ein weiteres wichtiges Kriterium» bei Ständeratswahlen sei. «Fast wichtiger als das Parteietikett.» Ist das eine verklausulierte Wahlempfehlung für Wyss? Luginbühl lacht kurz ins Telefon – und bleibt stumm.

Auf sich bezogen sagt er dann noch, er sei froh, sich bereits letzten Sommer für eine Wiederkandidatur entschieden zu haben. «So drehen sich meine Gedanken nun nicht um mögliche bessere oder weniger gute Szenarien, sondern um Sachpolitik.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1