Fasnachts-Umzug

Mit viel Feuer zogen sie ins grosse Abenteuer

Die Fasnacht zeigte sich in Langenthal von ihrer farbenfrohen Seite: Drachen, Vulkane und Teufel schlängelten sich auch dieses Jahr durch die engen Strassen der Stadt.

Bereits vor dem grossen Fasnachtsumzug haben sich zahlreiche Menschen in den Strassen der Stadt eingefunden - natürlich auch die diversen Gruppen, die daran teilnehmen. Ungeduldig vertreten sich die Vändiulüfter die Beine. Hier wird ein letztes Kommando gegeben, da zusammen ein Bier genossen. Die Kinder können es kaum erwarten: «Papi, wann fängt es endlich an?», fragt eine kleine Prinzessin ihren Vater. «In sieben Minuten», sagt dieser.

Bald schon ertönen zwei Schüsse - sie bilden den Auftakt für den Umzug. Der Tambourmeister der Vändiulüfter rückt seinen grossen Stierkopf zurecht, nimmt seine Trillerpfeife und nun gehts los. Im Gleichschritt läuft die Gugge davon. Die nächste Gruppe kommt sogleich. Mit viel Liebe haben die Brauigeischter ihren Wagen dekoriert. Er stellt einen riesigen und speienden Drachen mit einem Zungenpiercing dar, getreu dem Langenthaler Fasnachtsmotto «Füür u Flamme». Drachen sind am diesjährigen Umzug gut vertreten. So haben Sau-Raus aus Thunstetten einen Wagen zum Drachen umfunktioniert und die Pflotschdäppeler zeigen sich als violettschwarze Drachen.

Luzifers breites Grinsen

Rauchend, heiss und farbig ist der diesjährige Umzug. Neben Drachen bilden Hölle und Teufel ein ebenso beliebtes Motto bei den insgesamt 36 teilnehmenden Gruppen. Ob Narre-Rot aus dem solothurnischen Egerkingen oder Aarwangens Schlossgeischter. Viel bestaunt wird der grosse Luzifer der Füürtüfle. Mit einem breiten Grinsen zieht er durch die Strasse und speit Rauch aus seinem Mund. «Wie lange haben sie wohl an ihrem Wagen gebastelt?», fragt ein Zuschauer seine Begleiterin. «Bestimmt sehr lange, das ist ja ein riesiger Aufwand.»

Rauch speit auch der isländische Vulkan Eyjafjallajökull. Er sorgte letztes Jahr für Furore - und legte wegen der Aschewolke den Flugverkehr lahm. Dieses Ereignis haben die Roggwiler Läbet ohni Sorge und Langenthals Guggumere aufgeschnappt - und ihre Wagen zu speienden Vulkanen umfunktioniert. Die Flugzeuge dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Kampf der Süssigkeiten

Die Sumpfhühner nehmen indes die zahlreichen Baustellen Langenthals gekonnt auf die Schippe. Auf dem grossen Bagger hocken zahlreiche Cliquenmitglieder, am riesigen selbst gebauten Kran werden stets Konfetti nachgeladen. Der Wagen zieht die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich, sie bewundern das fasnächtliche Kunstwerk mit grossen Augen. Die Kinder hingegen beobachten gespannt, was von den Wagen fliegt.

Konzentriert warten Piraten, Cowboys sowie Hexen darauf, was wohl als Nächstes kommt. Das bedeutet einen grossen Stress, hier muss ein Bonbon erhascht werden, da ein Keks oder eine Milchschnitte. Auf Langenthals Strassen tobt ein Kampf um die Süssigkeiten. Kämpfen müssen die vielen Gruppen auch, damit sie Platz haben. Die riesigen Wagen schlängeln sich mühevoll und langsam durch die engen Strassen.

«Jeder Bundesrat braucht seine Wurst»

Einer darf an der diesjährigen Fasnacht natürlich nicht fehlen: Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Unter dem Motto Bundesrotswurscht ziehen die Quodlibeter als Cervelats verkleidet durch die Stadt. Mit dabei haben sie einen grossen Grill und bereiten den Zuschauern leckere Cervelats zu. Das, weil bekanntlich «jeder Bundesrat seine Wurst braucht», wie es auf dem Wagen der Clique steht. Schneider-Ammann ist auch bei der Cafe Rufener-Clique das Thema. Die Mitglieder sitzen mit Masken von Schneider-Ammann auf einem Bagger und machen dem Bundesrat alle Ehre.

Kurz nach 16.30 Uhr sind die Vändiulüfter wieder an ihrem Startpunkt angelangt. Die Farbe sitzt nicht mehr so genau im Gesicht, dafür steht ihnen die Freude über den gelungenen Umzug im Gesicht. Der Startpunkt der Vändiulüfter bildet sogleich den Schlussakt: Die Kinder packen ihre Süssigkeiten ein, die Eltern alles das, was nicht für die Kinder gedacht ist. Langenthal hat sich zwar nicht in Rauch aufgelöst, es heisst aber wiederein Jahr auf den Umzug warten.

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