Stadtrat

Langenthaler Stadtrat: Zufallsmehr bringt Schulsozialarbeit

Die Lehrkräfte sollen Unterstützung durch Sozialarbeiter erhalten.

Die Lehrkräfte sollen Unterstützung durch Sozialarbeiter erhalten.

Gestern Abend haben die Stadträte knapp der Einführung von Schulsozialarbeit zugestimmt. Die bürgerliche Allianz von FDP und SVP hielt dem Druck des linken Lagers nicht stand.

Die Abwesenheit von Stadtrat Kurt Wyss (FDP) erbrachte ein «Zufallsmehr» von 20 gegen 19 für die Einführung der Schulsozialarbeit, wie SVP-Stadtrat Patrick Freudiger schon in der Debatte voraussah. Die überparteiliche Motion von SP, EVP, Grüne Liste und Grünliberale Partei zur Einführung flächendeckender Schulsozialarbeit wurde erheblich erklärt.

SVP wünscht der Schule eine Konsolidierungsphas

Die Motion wurde gleich im Anschluss an die letzte Stadtratssitzung im Mai eingereicht. Damals wurde das 2007 erheblich erklärte Postulat des damaligen Stadtrats und heutigen Gemeinderats Reto Müller (SP) auf Empfehlung des Gemeinderates bachab geschickt. Obwohl in einer Studie die Mehrheit der Befragten die Einführung der Schulsozialarbeit befürworteten, wollte der Gemeinderat einem Antrag auf Einführung der Schulsozialarbeit durch das Amt für Bildung, Kultur und Sport nicht entsprechen.

Der Gemeinderat nehme den Prüfungsbericht zur Kenntnis aber verzichte aus finanzpolitischen Gründen auf die Erarbeitung eines Projektes. Diese Haltung unterstützten die FDP und die SVP. Erstere wollen nicht weitere gesellschaftliche Probleme an den Staat delegieren. Und die SVP wünscht der Schule eine Konsolidierungsphase, «bevor neue Konzepte und Diskussionen aufgenommen werden», so Stadtrat Beat Sterchi an der letzten Sitzung.

«Nichts hat sich geändert seit der letzten Sitzung»

Gestern waren die Fronten weiter verhärtet. Die zwei Blöcke Linke und Bürgerliche verharrten auf ihrer Linie. Ebenso der Gemeinderat: «Nichts hat sich geändert seit der letzten Sitzung. Ich habe meine Meinung und der Gemeinderat hat seine Meinung. Hier vertrete ich die Meinung des Gemeinderates und dieser lehnt die Einführung der Schulsozialarbeit ab», erklärte die Gemeinderätin Laura Baumgartner (SP). Auch Daniel Steiner (EVP) sagte im Namen der Motionäre: «Die Meinungen sind schlicht gemacht - entlang der politischen Blöcke.»

Dennoch liess er nicht unerwähnt, dass der Stadtpräsident im Grossen Rat für die Schulsozialarbeit stimmte. «Ist das Thema Schulsozialarbeit beim Kanton etwas anderes als in der Gemeinde?» Schulsozialarbeit sei ein Standortvorteil. Pierre Masson (SP) verweist auf die Erfahrungen in Burgdorf, wo das Fazit nach drei Jahren Schulsozialarbeit nur positiv gewesen sei.

«Einzig finanzielle Aspekte sprechen laut Gemeinderat gegen die Einführung», beschwor er die Stadträte, Ja zu stimmen. Peter Moser (FDP) zitierte aus der Stellungnahme der letzten Stadtratssitzung. «In den vergangenen sechs Wochen hat sich nichts Neues ergeben.» Stadtrat Patrick Freudiger stellte für die SVP noch die finanzpolitischen Gründe vor. «Im Bereich, den wir selber bestimmen können, sollten wir uns nicht weiter einengen lassen.»

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