Staatspersonal

Jetzt ists definitiv: Es gibt mehr Lohn

Beobachtet von Margreth Schär diskutieren die Fiko-Mitglieder Jürg Iseli (l.) und Bernhard Antener die Lohnforderungen. Foto: UZ

Beobachtet von Margreth Schär diskutieren die Fiko-Mitglieder Jürg Iseli (l.) und Bernhard Antener die Lohnforderungen. Foto: UZ

Der Grosse Rat ortet Handlungsbedarf und verschafft der Regierung Spielraum: Der vom Kanton verursachte Lohnrückstand soll nicht noch grösser werden. Denn einige Lehrer arbeiten seit fast zehn Jahren für den gleichen Lohn.

«Das Leistungslohnmodell ist völlig gescheitert», kritisierte Motionär Matthias Burkhalter (SP/Rümligen). Den mehrere Milliarden Franken hohen Schuldenabbau der vergangenen Jahre hätten das Personal und das Nationalbankgold ermöglicht. Zusammen mit Blaise Kropf (Grüne/Bern) forderte Burkhalter bereits fürs 2011 ein Lohnsummenwachstum von 2,2 Prozent. Die daraus resultierenden Kosten von 90 Millionen Franken im nächsten Jahr seien beim Vollzug des Budgets einzusparen.

Der vom Kanton nicht gewährte Lohnrückstand belaufe sich inzwischen auf 17 Prozent. «Mit unserer Forderung beschränken wir uns darauf, dass der Lohnrückstand nicht noch grösser wird», argumentierte Kropf.

EVP-Sprecher Ruedi Löffel tat die Motion als «unseriös und für die Galerie gemacht» ab. «Sie suggeriert, dass im Voranschlag noch Einsparpotenzial vorhanden ist. Löffel räumte jedoch Handlungsbedarf ein. Deshalb sei die EVP bereit, ein Postulat zu unterstützen. Im gleichen Sinne äusserte sich auch Mathias Tromp (BDP/Bern). «Plärren» auf Vorrat sei jedoch nicht angebracht. Die BDP lehne «die Giesskanne» ab. Das Problem der Konkurrenzfähigkeit bestehe vor allem bei den 30- bis 35-Jährigen und beim Kader.

Nein zur «Hauruck»-Motion, aber ja zu einem Postulat, das ist die Kurzversion des Votums von FDP-Sprecher Ruedi Sutter (Grosshöchstetten). Auch Daniel Kast (Bern), der Sprecher der glp/CVP-Fraktion, warb für Verbesserungen. «Es gibt Lehrer, die seit bald zehn Jahren praktisch zum gleichen Lohn arbeiten», sagte Kast, selber Lehrer. Seine Fraktion folge der Empfehlung des Regierungsrates. Und diese wollte ein Postulat. «Wir haben heute Mühe bei der Rekrutierung von neuem Personal. Ohne Trendwende droht dem Kanton als Arbeitgeber ein grosses Problem», sagte Finanzdirektorin Beatrice Simon (BDP). Wie, und um welche Summe der Regierungsrat den finanziellen Spielraum nutzen wolle, sei derzeit noch völlig offen.

Gegen den Willen von SVP und EDU überwies der Grosse Rat das von den Motionären gewandelte Postulat mit 95 gegen 49 Stimmen bei 1 Enthaltung.

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