Stadtrat

Ist städtische Informatikabteilung noch richtig organisiert?

Die Informationstechnologie nimmt in Langenthals Stadtverwaltung einen immer grösseren Stellenwert ein. Foto: uby

Die Informationstechnologie nimmt in Langenthals Stadtverwaltung einen immer grösseren Stellenwert ein. Foto: uby

Beat Sterchi (SVP) will mittels Postulat die Organisa- tion der städtischen Informatik überprüfen lassen. Das städtische Informatikzentrum entwickle sich kontinuierlich und könnte an seine Grenzen stossen.

Informatik ist zurzeit in der Stadt ein heikles Thema: Die Beratung der Vorlage «ict4kids» im Stadtrat wurde im Februar auf eine der nächsten Sitzungen verschoben - zu viele Fragen seien noch offen, hiess es damals. Mit dieser Vorlage sollten die Langenthaler Volksschulen bezüglich Schulinformatik auf den neusten Stand gebracht werden. Die städtische Informatikabteilung ist aber auch ohne die Schulinformatik gefordert, denn: Sie betreut nicht nur die eigene Verwaltung, sondern vier weitere. Die Gemeinden Herzogenbuchsee, Aarwangen und Rütschelen sowie die Burgergemeinde Langenthal sind der städtischen Informatik angeschlossen.

Das veranlasste Stadtrat Beat Sterchi (SVP), ein Postulat betreffend «Überprüfung der organisatorischen und finanziellen Ausgestaltung des Informatikzentrums der Stadt» einzureichen. Das städtische Informatikzentrum entwickle sich kontinuierlich zu einem regionalen Dienstleister für Informatikleistungen im öffentlichen Umfeld, so Sterchi. Er befürchtet nun, dieser Fachbereich innerhalb der Verwaltung könnte aufgrund seines Erfolgs an seine Grenzen stossen. «Da offensichtlich ein steigendes Bedürfnis nach Informatikdienstleistungen bei anderen Gemeinden vorhanden ist, wird der Gemeinderat beauftragt, die künftige Organisation zu überprüfen.»

Der Gemeinderat solle die Vor- und Nachteile einer organisatorischen Verselbstständigung des Informatikzentrums von der Stadtverwaltung prüfen, fordert Sterchi. Auch seien Finanzierungsmöglichkeiten darzulegen, die unabhängig von den städtischen Finanzen seien.

Stadtschreiber Daniel Steiner erklärt auf Anfrage, er werde dem Gemeinderat empfehlen, das Postulat zu unterstützen. Zwar liegen Langenthal zurzeit keine Anfragen weiterer Gemeinden für den Anschluss an die städtische Informatik vor. Aber: Es wäre gelogen zu behaupten, eine Überprüfung des Ist-Zustandes sei völlig unnötig, so Steiner. «Kommt die ‹ict›-Vorlage zustande, braucht es nämlich zwei zusätzliche Stellen im Bereich der Informatik.» Bereits jetzt beinhaltet die Abteilung 600 Stellenprozente, inklusive Fachbereichsleiter Aris Zemp. «400 Prozent werden allerdings von den angeschlossenen Gemeinden finanziert», sagt der Stadtschreiber. Diese Grösse einer Abteilung in einem so komplexen Umfeld rechtfertigt laut Steiner eine Überprüfung. Sterchis Postulat wird voraussichtlich an der Stadtratssitzung vom 27. Juni behandelt.

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