"Noch sind aus der Golfregion keine Spenden geflossen", sagte IZRS-Präsident Nicolas Blancho auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte entsprechende Angaben Berichten von "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche".

Die Suche nach Donatoren sei ein langwieriger Prozess, sagte Blancho. Dabei stehe zurzeit die Vertrauensbildung zu möglichen Geldgebern im Vordergrund.

Im vergangenen Jahr reiste der IZRS-Präsident mehrmals nach Kuwait und Katar, wo er mit Geschäftsleuten und "Staatsmännern im höchsten Grad" Gespräche führte. Dabei sei es aber nicht nur um Spenden gegangen, sondern auch um einen intellektuellen Austausch, sagte Blancho.

Geld für Moscheen und Schulen

Bei Projekten wie der Moschee in Bern handle es sich erst um Ideen von Prototypen, sagte Blancho. Gerade bei einem Grossprojekt wie der Moschee wäre der Verein auf Spenden aus dem Ausland angewiesen. Der Neubau in Bern soll dereinst als modernste Moschee der Schweiz mehrere Stockwerke hoch werden, wie Blancho ausführte.

Zu den weiteren möglichen Projekten zählen spezielle Schulen. Laut dem Islamischen Zentralrat ist es in allen Religionen üblich, im Ausland für Gebetshäuser- und Schulprojekte zu werben. Dies vor allem dann, wenn die die Gemeinschaften finanzschwach seien. Das treffe auf die Muslime in der Schweiz zu.

Andere Vorhaben finanziere der Verein im Inland, sagte Blancho weiter. Diese kleineren, laufenden Projekte stellt der IZRS aber den potenziellen Spendern vor.

Finanzierung der Volksinitiative

Für die geplante Volksinitiative zur Aufhebung des Minarett-Verbots in der Schweiz suche der IZRS in der Golfregion kein Geld, sagte Blancho. Die Initiative werde im Inland finanziert. Jedes Projekt habe ausserdem seine eigene Kasse. Mehr wollte Blancho dazu nicht sagen. In dieser Angelegenheit sei ein vom IZRS unabhängiges Komitee am Drücker, sagte er.

Der IZRS-Präsident sieht seine Kontakte in der Golfregion keineswegs als problematisch an und bezeichnet sie als sauber. Die Donatorensuche verhält sich im Rahmen des Rechts, schreibt der IZRS in seiner Mitteilung vom Sonntag. Es stehe jedem frei, seine Finanzen dort zusammenzutragen, wo sie reichlich vorhanden seien.

Der Islamische Zentralrat zählt nach eigenen Angaben rund 2000 Passivmitglieder. Der Verein ist auch innerhalb der muslimischen Gemeinschaft umstritten. Mehrere muslimische Dachverbände distanzieren sich vom IZRS. Sie kritisieren dessen Aktionen - wie zuletzt die Kundgebung gegen Islamophobie auf dem Bundesplatz im vergangenen Oktober - als reine Provokation.