Zu jedem seiner ausgestellten Objekte vermag Kurt Glauser eine Geschichte zu erzählen. Seien es die Nachbauten von Militärflugzeugen, Schlachtschiffe oder Gemälde leicht bekleideter Damen. Seit seiner frühesten Kindheit ist der 48-Jährige fasziniert von allem, was mit dem Militär und insbesondere dem Zweiten Weltkrieg zu tun hat.

Angesteckt wurde er von seinem Vater. «Am 12. August 1943 ist in Utzenstorf ein Bomber B-17 notgelandet. Mein Vater hat dies miterlebt und mir immer wieder davon erzählt», sagt Kurt Glauser. Das Fieber liess den Jungen nicht mehr los. Neben der Schule begann er Modelle von Kampfflugzeugen zu bauen, erst im kleinen Massstab 1:36, später 1:9 und aktuell entsteht im Schopf der 1:1-Nachbau einer Lightning - ein US-amerikanisches Jagdflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg.

Doch es blieb nicht bei den Modellflugzeugen. Glauser begann alles zu sammeln, was mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun hatte. So wanderte er in die Berge, suchte dort nach Wrackstücken abgestürzter Militärflugzeuge und schleppte, was er zu tragen vermochte, herunter. «Einmal war ich bei Gewitter mit einem ganzen Metallrumpf unterwegs. Die Leute haben aus den Fenstern geschaut und müssen mich für verrückt gehalten haben», so Glauser.
Im Militärdienst begann Glauser trotz seines enormen Wissens der Militärgeschichte als gewöhnlicher Füsilier, später war er Gefreiter und Sprengspezialist. Auch mit dem Gedanken Offizier zu werden, habe er sich beschäftigt. «Ich bekam aber den Eindruck, das Militär ist ein Kindergarten. Nicht hart genug für mich.»

Museum dient als Klublokal

In den letzten Jahren nahmen Glausers Sammelstücke immer mehr Platz im Elternhaus ein, selbst die Zimmer der inzwischen ausgezogenen Geschwister nahm er in Beschlag. Gleichzeitig wuchs der Wunsch, die Stücke zeigen zu können. Mit dem Museum, das im Dachstock des Bauernhauses seines Onkels eingerichtet wurde, wird dies nun möglich.
Der gelernte Maurer hat alles selber gebaut, vom Ausbau des alten Bauernhauses, bis zu der Bar und den Vitrinen. Tatkräftig unterstützt hat ihn dabei sein Bruder Rolf Glauser (42), gelernter Töffmechaniker, heute Metall-Beschichter. Für Rolf Glauser eine Selbstverständlichkeit: «Das Museum war ein Träumli meines Bruders.» Früher habe auch er Modellsätze gebaut, doch ganz so stark in die Materie reingezogen habe es ihn nicht.

Beide Brüder sind Mitglied im lokalen Klub «Battle Queen - Peg of my Heart», benannt nach jener B-17 der Engländer, die 1943 in Utzenstorf eine Notlandung hinlegte. Das Museum dient vor allem dem Klub als Lokal. Alle zwei bis drei Monate soll es aber einen Tag der offenen Tür geben. Auch Führungen sind geplant. Erstmals geöffnet ist das Armeemuseum diesen Freitag und Samstag.
Einen anderen Traum konnte sich Kurt Glauser noch nicht erfüllen: den des Fliegens. «Dafür hätte ich zu wenig Zeit.» Und wenn schon, wollte er keine Cessna: «Mein Traum ist eine Mustang 51 - das beste Jagdflugzeug, das je gebaut wurde.»

Armeemuseum: Blumenweg 8, Utzenstorf, geöffnet diesen Freitag und Samstag, jeweils ab 17 Uhr