Der Regierungsrat hat den Grundsatzbeschluss dazu getroffen, aber der Weg zur Umsetzung ist noch völlig offen

Klar ist nach Meinung des Regierungsrates, dass eine Fortführung der teilweise bestehenden Zusammenarbeit auf rein vertraglicher Basis ungeeignet wäre, den Medizinalstandort Bern zu stärken. Diese Variante wäre zwar rasch, ohne grosse Zusatzkosten und ohne gesetzliche Anpassungen umsetzba

Tiefe Integration kostet

Bei Uneinigkeit drohe diese Organisationsform jedoch zu versagen. Nicht zuletzt deshalb, weil die Verwaltungsräte der beiden Spitäler jeweils ihr Veto einlegen könnten.

Laut dem vom Grossen Rat im November 2010 per Motion verlangten Bericht stehen deshalb einzig die Fusion oder eine Holding-Struktur im Zentrum.

Je tiefer die Integration erfolge, desto höher seien die zu erwartenden Kosten. «Es ist in jedem Fall davon auszugehen, dass sie mehrere 10Millionen Franken ausmachen werden», heisst es im Bericht. Grundsätzlich müssten diese Kosten vom neuen Spital wieder eingespielt werden. Weil die Kompensation grösserer Millionenbeträge über mehrere Jahre in Folge nicht möglich wäre, drohe eine Überschuldung.

Grossräte für Holding

Die allfälligen Auswirkungen des Zusammenschlusses von Insel und SNB auf die kleineren Landspitäler hatten letztes Jahr die Grossräte zur Motion veranlasst. Im Hinblick auf die in der Märzsession anstehende Debatte im Parlament meldeten sich jetzt die Motionäre.

In einer Medienmitteilung schreiben sie, sie unterstützten die Zusammenarbeit der öffentlichen Spitäler im Raum Bern. Auf Rückfrage sagt Dieter Widmer (BDP/Wanzwil): «Im Bericht werden einige Themen gar nicht berücksichtigt.» Widmer nennt die Zusammenführung «der völlig verschiedenen Lohnsysteme und der Pensionskassen».

Auch die EDV und weitere Infrastrukturanpassungen würden ins Tuch gehen. «Deshalb verlangen wir eine gleichwertige Darstellung der Modelle Fusion und Holding.» Angesichts der finanziellen Risiken sei eine Holding die sinnvollste Lösung.