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Für mehr Energieeffizienz: Gemeinden lancieren Wärmebilder-Aktion

Harald Siegrist demonstriert am Bundeshaus eine Wärmebild-Messung. sat

Harald Siegrist demonstriert am Bundeshaus eine Wärmebild-Messung. sat

Wer nicht weiss, wo zu Hause die Energie verfliegt, erhält in Bern von Dezember bis Februar ein attraktives Angebot: Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer können sich für 100 Franken die Liegenschaft mit einer Wärmebildkamera fotografieren lassen.

Die Spezialfotos machen Schwachstellen deutlich, wo die Wärme entweicht. Bei schlecht isolierten Fenstern, Dachluken oder Liftschächten. Normal kostet eine solche Analyse 750 Franken.

«Im Durchschnitt gehen 70 Prozent der Energie in einem Haus über Wände, Fenster, Böden und Dach verloren», so Adrian Stiefel. Umso wichtiger ist laut dem Leiter des Stadtberner Umweltamtes «eine intakte und energetisch sinnvolle Gebäudehülle». Um für das Thema zu sensibilisieren, startet das Amt die Aktion. Dazu muss das Haus mit mindestens vier Wohnungen in Bern stehen.

Infrarotthermografie ist dieser Tage auch in anderen Berner Gemeinden Thema. Etwa in Lyss: Ende Januar erhalten Lysser Immobilienbesitzer die Möglichkeit, für ebenfalls 100 Franken mindestens sechs Wärmebilder ihres Hauses anfertigen zu lassen. Anschliessend werde das Ganze mit Erklärungen und einer Broschüre an einem Infoanlass abgegeben, teilt die Seeländer Gemeinde mit.

Hemmschwellen abbauen

In Bern wird Harald Siegrist die Wärmebilder herstellen. Zu Demonstrationszwecken lud der Architekt und Mitglied im Thermografen Verband gestern mit dem zuständigen Gemeinderat Reto Nause auf den Bundesplatz ein. «Damit wollen wir die Hemmschwellen abbauen», so Nause. «Eine Thermografie-Analyse kann der erste Schritt zu einer umfassenden, energetischen Sanierung sein und somit die Energieeffizienz steigern.»

«Optimalerweise arbeite ich bei trockener Witterung an kalten Morgen», sagte Siegrist. Darum sind Thermografie-Bilder auch nur im Winter möglich. Während es am Abend Restwärme gibt, verfälschen nach Sonnenaufgang Infrarot-Strahlen die Bilder.

Thermobild-Aktion bisher nie ein Thema

In Langenthal, jedenfalls im Gemeinderat, war eine Thermobilder-Aktion laut Stadtpräsident Thomas Rufener bisher nie Thema. Er verweist darauf, dass mit der kantonalen Energieberatungsstelle der Region Oberaargau bereits ein gutes Angebot bestehe.

Laut der zuständigen Gemeinderätin Christine Bobst haben die Industriellen Betriebe Langenthal in der Vergangenheit allerdings bereits vergleichbare Aktionen durchgeführt.

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