Stadtrat

Fünf Millionen für bessere Computer-Ausbildung

Das Lernen mit und am Computer ist heute ein wichtiger Teil des Lehrplans. Foto: Key

Das Lernen mit und am Computer ist heute ein wichtiger Teil des Lehrplans. Foto: Key

Der Stadtrat berät am Montag über die Vorlage «ict4kids». Dabei gibts viele Diskussionen, aber kaum Widerstand gegen die Vorlage für Informatik-Infrastruktur an den Volksschulen.

Der Stadtrat berät am Montag über die Vorlage «ict4kids» (wir berichteten). Seit 2007 gilt im Kanton Bern der so genannte ICT-Lehrplan, der für den Unterricht sachdienliche und zeitgemässe Ausrüstungen im Computerbereich verlangt. Die Vorlage umfasst einen Kredit über 5 Millionen Franken und jährlich wiederkehrende Kosten von knapp 500 000 Franken. Klar diskutieren die Stadtratsfraktionen ausführlich über ein Geschäft von dieser Tragweite.

Kritische Töne kommen dabei von der EVP/glp-Fraktion. Ganz glücklich seien sie mit der Vorlage nicht, sagt Fraktionschef Manuel Ischi (glp). Es seien in der Fraktion Fragen aufgetaucht zum gesamten Umfang der Vorlage. «Braucht es zum Beispiel in jedem Schulzimmer einen Beamer?», fragt Ischi. Aus Sicht von EVP und glp sind die jährlich wiederkehrenden Kosten zudem eher tief angesetzt. Laut «Berner Zeitung» überlegte sich die Fraktion aufgrund verschiedener offener Fragen, einen Rückweisungsantrag zu stellen. «Mittlerweile haben sich allerdings einige Fragen geklärt.» Deshalb sei es eher unwahrscheinlich, dass die Fraktion die Rückweisung verlange, sagt er.

Was Ischi und seine Fraktionskollegen jedoch stört: «ict4kids» müsste seit 2009 umgesetzt sein. Die Stadt sei viel zu spät dran. Es habe im Stadtrat auch schon andere Vorlagen gegeben, zu denen man fast nur Ja habe sagen können. Auch wenn das Geschäft grösstenteils unbestritten sei, gerate der Stadtrat deshalb etwas unter Druck. «Wenn es jetzt nicht fünf vor zwölf wäre, könnte die Stadt einige Punkte der Vorlage vielleicht noch einmal anschauen», sagt Ischi.

Keine Vorbehalte bei der SP

Anders sieht es bei der SP/Grünen-Fraktion aus. Die Vorlage sei lange diskutiert worden, sagt der Fraktionsvorsitzende Pierre Masson (SP). «Es geht um viel Geld, deshalb haben wir genau hingeschaut.» Die Fraktion sei der Meinung: «Es ist eine gute Investition in die Zukunft der Jugend.» Deshalb stimme die SP/GL-Fraktion der Vorlage zu.

Die SVP-Fraktion steht laut dessen Vorsitzenden Patrick Freudiger «klar hinter dem Geschäft». Doch auch innerhalb der SVP wurde das Anliegen «angesichts der finanziellen Tragweite lange und ausführlich diskutiert». Der Gemeinderat habe seine Arbeit gemacht, sagt Freudiger. Es sei eine Gesamtlösung und keine Salamitaktik. Zudem sei das Anliegen in der heutigen Informationsgesellschaft wichtig. Die FDP/jll-Fraktion sei grundsätzlich dafür, sagt Vize-Fraktionschef Markus Bösiger (FDP). «Bei uns führte vor allem der Weg bis zur Vorlage zu Diskussionen.» Es gelte zwar, kantonale Vorgaben zu erfüllen. Das Geschäft komme aber relativ spät. Laut Bösiger wurden die Weichen für das Geschäft allerdings bereits in den vorberatenden Kommissionen gestellt. Diese haben die Vorlage geprüft und gutgeheissen.

Stadt hat keinen Plan B

Tatsächlich kommt die Vorlage erst zwei Jahre nach Ablauf der kantonalen Übergangsfrist (siehe Text links) in den Stadtrat. Stadtschreiber Daniel Steiner begründet das unter anderem mit den knappen Ressourcen im städtischen Fachbereich Bildung. Zudem habe es gleich zu Beginn der Arbeiten an diesem Geschäft einen Wechsel in der Amtsleitung gegeben, so Steiner. Man habe etwas spät mit der Erarbeitung begonnen – und zu Beginn sei es dann nur schleppend gelaufen.

Steiner gibt zu, dass im Stadtrat jetzt eine gewisse Drucksituation besteht. Die zuständige Schulinspektorin habe zum Ausdruck gebracht, dass die kantonalen Vorgaben umgesetzt werden müssten. Natürlich versuche der Gemeinderat zu verhindern, dass durch eine Vorlage aus Zeitgründen Druck entstehe, sagt der Stadtschreiber. Einen Plan B habe die Stadt jedoch nicht in der Hinterhand.

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