Gurtenfestival

Friedlicher und trockener Auftakt zum «Gurten»

28. Gurtenfestival Ideale Bedingungen am ersten Festivaltag – noch offen ist, ob Headleiner Jamiroquai am Samstag auftritt. Die Organisatoren gehen noch immer davon aus, dass der exzentrische Brite doch noch kommt.

Das erste Bild des Gurtenfestivals 2011: Ein kleiner Junge sitzt an der Tramhaltestelle in Wabern und bewegt sich im Takt der Musik. Er kann sich kaum halten, seine Lippen bewegen sich, er wird Musik lieben. Aber er trägt Stöpsel im Ohr, und als das Tram kommt, steigt er ein, mit Ziel Hauptbahnhof. Der diesjährige «Gurten» findet ohne ihn statt.

Der Junge ist die Ausnahme, gestern Nachmittag, als sich der Tross fröhlicher und vorwiegend junger Leute vom Hauptbahnhof Bern Richtung Wabern bewegt. Zu Tausenden besteigen sie dann nach der obligaten Warteschlange die Gurtenbahn, oder nehmen den Fussweg. Die Drahtseilbahn wird an diesem und den nächsten drei Tagen kaum still stehen. Wie immer am Gurtenfestival. Im Wagen nach oben versuchen zwei Solothurner Jungs, mit zwei Aargauer Mädchen anzubändeln. Offen bleibt, ob es ihnen gelingt.

Vorfreude auf der grünen Wiese

Das zweite Bild des Gurtenfestivals ist eines von nur wenigen Stunden: Grün liegt die Wiese im Nachmittagslicht, es ist noch sauber hier, es hat noch viel Platz, und im Publikum ist viel Vorfreude zu spüren auf das, was ist und vor allem auf das, was noch kommt. «Es ist ein friedlicher und optimaler Festivalstart», sagt Micha Günter, Mediensprecher des Gurtenfestivals. Entspannt schlendert der Chef der Getränkestände übers Gelände. Es gebe zwar noch ein paar organisatorische Fragen zu klären, sagt er. Aber die Sache kommt langsam in Gang. Und das Bier beginnt zu fliessen. Und in der ausverkauften «Sleeping-Zone» richten sich die Zelter für die Nacht und die nächsten Tage ein.

Jamiroquai: «Canned Heat»

Jamiroquai: Eine Kostprobe

Um 16.16 Uhr dann geht es richtig los. Die ersten Saiten und Trommeln werden angeschlagen. The Vaccines stehen auf der Zeltbühne. Sie bieten eine Stunde lang schnörkellosen und sonnigen Gitarrenrock. Und auf der Waldbühne, die auch dieses Jahr ausschliesslich Schweizer Bands präsentiert, machen sich gleichzeitig Flat Noise Bag ans Werk.

Kate Nash bringt die Sonne

Und dann kommt die Sonne. Als auch auf der Hauptbühne das 28. Festival auf dem Berner Hausberg startet. Mit der Engländerin Kate Nash verziehen sich die Wolken, für einige Zeit wird es richtig heiss. Es gibt auf dem Gurten zwar Gummistiefel zu kaufen. Aber das scheint nicht nötig zu sein. Der Regen der vergangenen Tage und Nächte kann dem Gelände vorerst nichts anzuhaben. Nur unter den Bodenplatten vor den Essständen quillt fauliger Schlamm hervor.

Dass die Unwetter der vergangenen Tage ihre Spuren hinterlassen haben, ist sonst nur an den Temperaturen abzulesen. Sobald die Sonne wieder verschwindet, wird es kühler. Wer nur die kurzen Hosen oder das T-Shirt eingepackt hat, bereut es.

Dieses Jahr sind die Tickets für den ansonsten eher schlecht besuchten Auftakttag durchaus gefragt. Ganz ausverkauft ist der Donnerstag mit rund 14000 Besuchern allerdings nicht. Das gilt nicht für die nächsten Tage. Heute und morgen Samstag ist das Gurtenfestival ausgebucht. Tickets gibt es nur noch für Sonntag.

Noch offen ist allerdings, ob der Samstag-Headliner Jamiroquai tatsächlich auch erscheinen wird. Er musste eben zwei Konzerte in Deutschland absagen. «Wir gehen immer noch davon aus, dass er auftritt», sagt Micha Günter.

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