Von Lumengo liege auch keine entsprechende Anfrage vor. Sollte eine solche eintreffen, werde die Partei sie selbstverständlich prüfen, führte Hari aus.

Er habe aber den Eindruck, dass ein solches Begehren derzeit wohl eher wenig Chancen hätte und "weder weise noch richtig wäre", sagte Hari. Der Parteisprecher wies aber darauf hin, dass ein Entscheid selbstverständlich das zuständige Parteiorgan zu fällen hätte.

Lumengos Überlegungen gingen denn wohl auch eher in andere Richtungen, etwa zur Gründung einer eigenen Partei, mutmasste Hari. Lumengo selber war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Informell gibt es laut Hari einen Kontakt zwischen dem Berner EVP-Grossrat Ruedi Löffel und Lumengo. Die beiden kennen sich noch aus dem Berner Kantonsparlament. Dieser Kontakt sei aber nicht offizieller Natur, sagte der EVP-Sprecher.

Alternative Linke winkt ab

Lumengo wurde vergangene Woche wegen Wahlfälschung von einem Bieler Gericht verurteilt. Seine Partei, die SP, verlangte von ihm daraufhin den Rücktritt als Nationalrat.

Lumengo selber lehnte dies ab, da er gegen das Urteil Berufung eingelegt habe und es deshalb noch nicht rechtskräftig sei, wie er bekräftigte. Gespräche zwischen der SP und Lumengo verliefen erfolglos.

Am Dienstag teilte Lumengo mit er bleibe Nationalrat, trete aber per sofort aus der SP aus. Seither prüft er nach eigenen Angaben Angebote anderer Parteien, die mit ihm eine Zusammenarbeit erwögen, namentlich die EVP und die Alternative Linke.

Letztere brach die Gespräche jedoch am Mittwoch ab. Lumengos Ansichten entsprächen nicht ihren zentralen politischen Standpunkten, teilte die Partei mit.