Et voilà – wie von selbst gerät der Fuss ins Wippen, wenn sieben der besten Swing-Musiker Frankreichs Pop- und Rockklassiker interpretieren.

Pink Turtle ist eine brandneue Band mit einer umwerfend schrägen Bühnenshow. Jeder Musiker überzeugt gleichzeitig als Sänger und Entertainer. Sie spielen einen Sound, der vom ersten Ton an in die Beine geht. Mit Arrangements von grossen Rock- und Pop-Klassikern der Eagles, von Stevie Wonder bis Supertramp setzen die Pink Turtles einen neuen Trend. In einer einzigartigen Mischung spielen sie Welterfolge im Stile des Swing und Jive mit einer Dosis Blues. Dazu unterhalten sie das Publikum mit einer humorvollen Show.

«Les Gigolos de Paris»

Einige Bandmitglieder sind den Langenthaler Jazzfans von der Formation «Les Gigolos de Paris» in bester Erinnerung. Die Besetzung mit Bandleader Patrick Baqueville, Posaune; Michel Bonnet, Trompete und Pierre-Louis Cas, Saxofon, sorgt für treibende Bläserriffs und ausgereifte Soli. Christophe Davot, Gitarre, Jean Marc Montaut, Piano, Laurent Vaney, Bass und Stéphane Roger, Schlagzeug, verleihen dem ganzen mitreissenden Beat und pulsierenden Rhythmus. Scheinbar lässig und locker wirbeln die Musiker über die Bühne und garnieren ihre musikalischen Darbietungen mit vielen Gags.

Präzises Timing, Klangfarben und -kontraste sowie harmonisches Zusammenspiel sind das Markenzeichen der siebenköpfigen Formation. Mit ihrer CD «Pop In Swing» gelang Pink Turtle der Sprung an die Spitze der Verkaufszahlen in der Sparte Jazz-Blues.

Mit Charme und Souplesse

Alle Musiker tragen Kleidung mit pinkfarbenen Accessoires und extravaganten Schuhen. Dank Sonnenbrille verliert Pierre Louis Cas nie den Durchblick und erweist sich als Meister seines Fachs mit atemberaubendem Tenorsaxofonspiel, virtuosen Soli auf Klarinette und Querflöte. Besonders auffällig angezogen ist Drummer Stéphane Roger, der zu Gilet und Krawatte Bermudas trägt. Immer mit dabei «Sur la batterie» ist Schildkröte «Pinkie», nach welcher die Band benannt ist. Mit «Copacabana» beginnt die grosse Show des Schlagzeugers, der mit komödiantischem Talent und Sambaschritten das Publikum zum Singen animiert und für ausgelassene Stimmung sorgt.

Die Fieberkurve im Saal steigt, als ein Beatles-Block ertönt. Die temperamentvolle Version von «Imagine» verunmöglicht praktisch jedes Stillsitzen, dann lädt «Hey Jude» zum Zurücklehnen ein. Wer hat «Smoke on the Water» schon mit einem funkigen Trompetensolo gehört? Der glasklare Ton und die flüssige Phrasierung von Michel Bonnet sind brillant.

Hingerissenes Publikum

Die Zuhörer schnippen, als die Bühne in rotes Licht getaucht wird und Christophe Davot «Roxanne» von Sting ins Mikrofon haucht. Mit seiner einschmeichelnden Stimme besingt der Gitarrist Santanas «Black magic woman». Frenetischer Applaus erhält die A-cappella-Version von «Sound of Silence», pardon «Sound of Pink Turtle». Mit mehreren «petits cadeaux» in Form von Zugaben wie «Billie Jean» von Michael Jackson verabschieden sich die Spitzenmusiker aus Frankreichs Metropole von einem restlos begeisterten Publikum.

Gala-Abend im Stadttheater

Die Erfolgsgeschichte der Langenthaler Jazz-Tage ist ungebrochen: vier Konzerte und viermal ausverkauftes Haus. Aus Anlass des 20-Jahr-Jubiläums findet kommenden Freitag mit «Jazz meets Classic» ein Gala-Abend im Stadttheater Langenthal statt. Das SMC Orchestra aus Wien und Carry Persson aus Schweden bieten ein einmaliges Programm.