Solarstrom

Die Sonnenenergie-Plattform «Strom von hier» läuft gut an

Auch auf dem kleinsten Dach lässt sich Solarenergie gewinnen

Auch auf dem kleinsten Dach lässt sich Solarenergie gewinnen

«Strom von hier» hatte einen guten Start ins Geschäft mit der Stromvermarktung. Die Idee dabei ist, Ökostrom aus der Region für die Region anzubieten. Noch ist mit der «Region» ausschliesslich das Emmental gemeint, doch soll sich dies künftig ändern.

Ökostrom aus der Region für die Region anbieten. Das ist, grob gesagt, die Idee, welche der Vermarktungsplattform «Strom von hier» zugrunde liegt. Mit der «Region» beziehungsweise dem «hier» ist im Moment noch ausschliesslich das Emmental gemeint. Doch eine «Ausdehnung auf weitere Regionen wird angestrebt», wie Anton Küchler, Geschäftsführer der «Strom von hier GmbH», bereits Anfang September, als die Plattform in Betrieb ging, formulierte.

Gegründet hat Küchler die Firma zusammen mit dem Solarunternehmer Franz Held sowie Markus Gisler, Geschäftsführer der Oberaargauer «Megasol AG». Ihr gemeinsames Ziel: den Solarstromproduzenten und denen, die es gerne werden möchten, die Möglichkeit bieten, ihre Energie an den Mann, also die zahlreichen Interessenten, zu bringen. Und dabei sowohl die Entschädigung für die Produzenten als auch den Tarif für die Kunden attraktiv zu gestalten.

Lust aufs Stromproduzieren

Nun, nach etwas mehr als einem Monat, zeigen sich die Unternehmer zufrieden mit ihrem Einstieg ins Ökostromvermarktungsgeschäft. «Es ist etwas gelaufen», sagt Küchler auf Anfrage. «Wir haben zwar noch keine grossen Mengen verkauft, aber die Resonanz ist sehr gut.» Will heissen, das Interesse seitens der Bevölkerung ist gross. Nur: Mehr noch als Kunden haben sich potenzielle Verkäufer, die eine Anlage bauen und Strom produzieren möchten, bei «Strom von hier» gemeldet. Und die Anfragen stammen nicht nur aus dem Emmental, sondern auch aus anderen Gebieten, viele aus dem Oberaargau.

Auf der Konsumentenseite hat die Plattform aber zumindest mit der «Kambly» aus Trubschachen bereits einen grossen Erfolg zu verbuchen. Der Guezli-Produzent bezieht seinen Anteil Solarstrom nicht mehr von der BKW, sondern von «Strom von hier» - und dies erst noch in grösseren Mengen als zuvor bei der BKW.

Feedback in Form von Preissenkungen

Auf die Frage, ob man vom Energiekonzern ein Feedback erhalten habe, meint Küchler: «Das Feedback hat schon damit angefangen, dass die BKW ihre Preise gesenkt hat», auch wenn das wohl eher als Reaktion auf Veränderungen im Ökostrom-Markt im Allgemeinen zu verstehen ist.
«Die Anpassungen bei den Strompreisen und den Rückliefertarifen auf Anfang Oktober haben wir aufgrund des Markt-Trends vorgenommen», sagt denn auch BKW-Sprecher Sebastian Vogler. «Strom von hier» sei aber natürlich Teil dieses Trends.

Die Nachfrage nach ökologisch produziertem Strom sei riesig, weiss Markus Gisler. Auch im Oberaargau. Wenn die Vergütung nicht so tief und die Solarstrompreise nicht so hoch wären (bei der BKW nun 63, einst 80 Rappen - aber teurer als bei «Strom von hier»), dann würden viel mehr Menschen Fotovoltaikanlagen bauen und Strom produzieren, ist er überzeugt.

Die Aussicht, dass die Emmentaler mit ihren überzeugenderen Konditionen wohl bald auch Oberaargauer Produzenten aufnehmen werden, scheint jedenfalls grosses Interesse zu wecken. «Wir stehen hier mit vielen Leuten in Kontakt, die gerne Strom über die Plattform verkaufen würden», so Gisler. «Darunter befinden sich einige, die bereits über eine Anlage verfügen, aber auch solche, die gerne eine bauen würden.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1