Grimmig schaute sie einem direkt in die Augen, die Angst einflössende Monstermaske, die auf einem hölzernen Stand thronte. «Kauf mich», schien sie den Vorbeigehenden zuzurufen. Genauso die farbenreiche Clownmaske, die sich umgeben von närrischem Zubehör den Interessierten anbot. Ähnlich sah es an den anderen Marktständen aus – 165 waren es – , welche die obere Marktgasse und die Spitalgasse bis hin zum Coop Tell säumten.

«Zu verkaufen» titelte hier das Schild an einem olivgrünen Waldfeen-Kostüm, «Preis nach Absprache» hiess dort an einem glitzernden Regenbogenfisch-Gewand. Ein Blick auf die verschiedensten Kennzeichen der in jeder freien Ecke der Stadt parkierten Fahrzeuge verdeutlichte den Bekanntheitsgrad des Langenthaler Fasnachtsmarktes. Vom Kanton Uri aus habe sie sich früh am Morgen auf den Weg gemacht, sagte etwa Helene Gisler: «Die Marktatmosphäre ist super. Es gefällt mir irrsinnig.»

Während die Urnerin schmökernd von Stand zu Stand schlenderte, ging es an anderer Stelle bereits ans Eingemachte: «Sogar zwei Guggen sind am gleichen Kostüm-Set interessiert», frohlockte Nadja Krähenbühl, die den Stand der Storcheguuger Wynau während der «zähen Verhandlungen» hütete.

Gaumen und Ohren wurden verwöhnt: Während sich manche mit Curry-Wurst oder heissen Marroni verköstigten, spielten die Bleienbacher Chlepf-Schitter vor der UBS auf, als täten sie das Jahr über nichts anderes. Nur wenige Schritte weiter – diese waren angesichts der Besucherschar nur mittels Ellenbogeneinsatz zügig zu bewältigen – brachte Marcel Salm Instrumente aus dem Fundus der Untersiggenthaler Wasserschlossfäger an den Mann. Die Instrumente sähen so schön aus, da vermute mancher einen Haken, sagte Salm. «Um zu beweisen, dass die Zweifel unbegründet sind, lasse ich die Leute fleissig testen oder gebe selbst ein Ständchen.»

Silke Kopp kannte sich mit den Gepflogenheiten am Fasnachtsmarkt aus; als Stammbesucherin wühle sie sich jedes Jahr von Stand zu Stand, um ein Kostüm für die Ramba-Zamba-Wyber aufzutreiben, sagt sie: «Wir sind alles junge Mütter. Der Preis muss daher stimmen.» Kopps Wahl fällt heuer auf ein quietschbuntes Paradiesvogel-Kostüm. Wer im Getümmel nicht fündig wurde, der konnte sich immerhin mit einer Vielzahl an Inspirationen auf den Nachhauseweg begeben. «Füür u Flamme» (Langenthaler Motto) für die Fasnacht 2011 waren die Besucher allemal.