Bern

Der Stadt Bern droht nach Darlehen ein Verlust von 260'000 Franken

Blick auf die Stadt Bern (Archiv)

Blick auf die Stadt Bern (Archiv)

Der Stadt Bern droht der Verlust eines Darlehens von 260'000 Franken, das sie dem Kleintierzüchterverein der Stadt 2006 und 2007 gewährt hat. Grund dafür sind mutmassliche Veruntreuungen des ehemaligen Vereinskassiers, gegen den ein Strafverfahren läuft.

Der Dachverband des Stadtberner Kleintierzüchtervereins (KTZV) schaltete laut einem im Internet zugänglichen Protokoll 2011 die Staatsanwaltschaft ein, nachdem in der Buchhaltung des Stadtberner Vereins ein Chaos und unbezahlte Rechnungen gefunden worden waren.

Der Vereinskassier war ein ehemaliger Stadtparlamentarier der FDP. Dieser ist aber seit mehreren Monaten nicht mehr Parteimitglied, wie die Präsidentin der FDP der Stadt Bern, Dolores Dana, am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Darlehen läuft über 20 Jahre

Nachdem auch in einer FDP-Sektion der Stadt Bern Unregelmässigkeiten aufgetaucht waren, verliess der Mann die Sektion, in der er ebenfalls Kassier war, aus freien Stücken.

Die "SonntagsZeitung" berichtete in ihrer neusten Ausgabe über das Strafverfahren. Sie zitiert den Berner Wirtschafts-Staatsanwalt Markus Scholl mit der Aussage, gegen den Mann laufe ein Verfahren wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Veruntreuung. Dafür war bei der Berner Staatsanwaltschaft am Sonntag keine Bestätigung zu erhalten.

Der städtische Finanzverwalter Daniel Schaffner sagte am Sonntag auf Anfrage, der KTZV habe die Zinsen für sein Darlehen stets bezahlt - bis auf das Jahr 2010. Ende Jahr hätte die Stadt interveniert, wenn der Rückstand weiterhin bestanden hätte. Im Sommer sei der Verein selber wegen Finanzproblemen auf die Stadt zugekommen.

Aufgelaufene Zinsen eingerechnet, schuldet der Verein der Stadt Bern etwa 260'000 Franken. Doch ist das Darlehen innert 20 Jahren zurückzuzahlen. Ob nun der Stadt Bern tatsächlich ein Schaden in der genannten Höhe erwachse, sei schwierig zu sagen, so Schaffner. Und es hänge vom nun eingeleiteten Strafverfahren ab.

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