Ständeratswahlen

Der gewählte Hans Stöckli auf dem Land chancenlos

Werner Luginbühl und Adrian Amstutz hätten in den Regionen Oberaargau, Emmental, Seelanddie Ständeratswahl gewonnen. HIer war der nun gewähtle SP-Mann Hans Stöckli chancenlos. Er holte seine Stimmen in den Städten.

Im Oberaargau wären gestern Werner Luginbühl (mit durchschnittlich 65,9 Prozent der Stimmen) und Adrian Amstutz (mit durchschnittlich 49,8 Prozent) gewählt worden. Hans Stöckli (durchschnittlich 43,0 Prozent) holte nur in Langenthal (54,6 Prozent) und Herzogenbuchsee (51,2 Prozent) mehr als die Hälfte der Stimmen. Am wenigsten Unterstützung erhielt der SP-ler in Reisiswil (15,6 Prozent). Ebenda machte dagegen SVP-Mann Adrian Amstutz sein regionales Top-Resultat (82,8 Prozent). Am wenigsten Unterstützung erhielt Amstutz in Langenthal (38,4 Prozent) gefolgt von Buchsi (39,1 Prozent). – Die zwei Oberaargauer Zentren waren für Amstutz bereits in den vorangehenden drei Ständeratswahlgängen dieses Jahres ein hartes Pflaster. BDP-ler Werner Luginbühls Negativergebnis im Oberaargau bescherte ihm Schwarzhäusern (53,8 Prozent); top war der bisherige Ständerat dagegen in Hermiswil (85,7 Prozent).

Im Wahlkreis Emmental wären gestern ebenfalls Luginbühl (durchschnittlich 66,6 Prozent) und Amstutz (50,6 Prozent) gewählt worden. Hans Stöckli kam auf 42,3 Prozent. Sein Top-Resultat erzielte der bisherige SP-Nationalrat aus Biel in Burgdorf (61,4 Prozent). Ausser in Bätterkinden (57,1 Prozent), Kirchberg (51 Prozent), Wiler b. U. (50,5 Prozent) und Utzenstorf (50 Prozent) schaffte es Stöckli in keiner der 42 Emmentaler Gemeinden, eine Mehrheit der Stimmbürger hinter sich zu scharen.

Stöckli auch im Seeland chancenlos

Die Emmentaler Hochburg des bisherigen BDP-Ständerates Werner Luginbühl liegt in Trubschachen (74,1 Prozent), gefolgt von Bätterkinden (71,7 Prozent), Koppigen (71,6 Prozent) und Trachselwald (71,4 Prozent). Sein schlechtestes Resultat im Emmental holte der einstige Berner Regierungsrat aus Krattigen in Zielebach (39,8 Prozent). In der Region fuhr Adrian Amstutz seinen Negativrekord in der Stadt Burgdorf ein (32,8 Prozent). In Schangnau (85,8 Prozent) dagegen machte der Sigriswiler Politiker, der erst im Frühling für die SVP den Sitz der in den Bundesrat gewählten SP-Frau Simonetta Sommaruga ins bürgerliche Lager zurückholte, wie im ersten Wahlgang am 23. Oktober sein regionales Top-Resultat.

Auch im Seeland wären Luginbühl (66,7 Prozent) und Amstutz (47,4 Prozent) gewählt worden; Stöckli holte 44,7 Prozent. Luginbühls Hochburg ist Ruppoldsried (79,7 Prozent) vor Rütti b. B. (76,8 Prozent) und Leuzigen (72,9 Prozent). Am schlechtesten hat Luginbühl in Büetigen (56,6 Prozent) abgeschnitten. Amstutz’ Spitzenwert ist Bangerten (70,9 Prozent), Stöcklis Erlach (57,5 Prozent). Amstutz’ Tiefstwert heisst Rütti b. B. (36,1 Prozent), Stöcklis heisst Treiten 22,8 Prozent).

Über den ganzen Kanton Bern betrachtet lag die Stimmbeteiligung gestern bei 46,8 Prozent. Im Oberaargau (durchschnittlich 42,1 Prozent Wahlbeteiligung) schwang Heimenhausen (60,6 Prozent) obenaus, das Schlusslicht bildete Oeschenbach (mit 29,9 Prozent). Mit 42,2 respektive 40,3 Prozent lagen Herzogenbuchsee und Langenthal unter dem Kantons- und Regionenschnitt. Im Emmental (43,8 Prozent) liegt Rumendingen mit 66,7 Prozent Wahlbeteiligung an der Spitze; nur in drei weiteren Gemeinden gingen gestern mehr als die Hälfte der Stimmbürger an die Urne: Ersigen/
Niederoesch/Oberoesch (51,4 Prozent), Willadingen (50,9) und Schangnau (50,3). Schlusslicht ist – wie bereits im 1. Wahlgang vom 23. Oktober – Rüdtligen-Alchenflüh mit 36,1 Prozent (vgl. Samstagsausgabe).

Rothenfluh überall abgeschlagen

Im Wahlkreis Seeland (47,1 Prozent) lag Jens gestern mit 61,2 Prozent an der Spitze; den Minusrekord hält Ruppoldsried (34,1 Prozent) gefolgt von Arch und Leuzigen mit je 38,2 Prozent Wahlbeteiligung.

Aussenseiter-Kandidat Josef Rothenfluh (Parteifrei.ch,; kantonaler Durchschnitt: 7,4 Prozent) war in allen Wahlkreisen chancenlos.

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