Weltwassertag

Der ehemalige YB-Fanshop-Leiter lanciert ein neues Fanprojekt

Dass jederzeit Trinkwasser aus dem Hahnen oder der Brunnenröhre fliesst – im Bild der Dorfbrunnen von Lotzwil –, ist nicht selbstverständlich.

Dass jederzeit Trinkwasser aus dem Hahnen oder der Brunnenröhre fliesst – im Bild der Dorfbrunnen von Lotzwil –, ist nicht selbstverständlich.

Bisher hat Markus Lehmann (37) aus Münchenbuchsee Jacken, Trikots, Schals und Uhren mit dem gelb-schwarzen Logo der Berner Young Boys verkauft. Künftig handelt er mit edlen Glaskaraffen mit dem Schriftzug «Regieau».

Vielleicht handelt Markus Lehmann auch schon bald mit Trinkflaschen, Gläsern, Tees und Sirups. Jedenfalls ist der ehemalige Leiter des YB-Fanshops jetzt Geschäftsführer der Regieau GmbH in Burgdorf.

Diese Firma wird heute gegründet. Der Tag ist mit Bedacht gewählt: Heute ist Weltwassertag, und dieser ist dem Thema «Wasser und Nahrungssicherheit» gewidmet. «Das ist auch unser Thema», stellt Jörg Wetzel fest. Der Burgdorfer Planer mit seinem Atelier Georegio ist Initiant von Regieau.

Die Idee dahinter: Indem das Hahnenwasser in einer edlen Glaskaraffe serviert wird, macht man auch auf seinen Wert aufmerksam. «Dass wie im Emmental und Oberaargau jederzeit eigenes Wasser aus den Hahnen fliesst, ist auf der Welt nicht selbstverständlich», hält Jörg Wetzel fest.

Markus Lehmann, neuer Geschäftsführer von Regieau

Markus Lehmann, neuer Geschäftsführer von Regieau

Abgeltung für den Service

Mit der Glaskaraffe auf den Wert von Hahnenwasser hinzuweisen, funktioniert besonders in Restaurants, wie Marianne Kühni bisher feststellte. Die Geschäftsführerin des Gasthauses Bäregghöhe bei Langnau gehört zu acht Wirtinnen und Wirten, die die Regieau-Karaffe in ihren Betrieben benützen. Im Restaurant ist der Preis für Hahnenwasser eine Abgeltung für den Service-Aufwand .

Marianne Kühni spricht allerdings nicht in erster Linie von Hahnenwasser. «Aus unseren Hahnen fliesst Quellwasser», erklärt sie. Sie habe bisher erst eine einzige negative Reaktion auf ihr Regieau-Wasser erhalten. «Die weit überwiegende Zahl war verständnisvoll und positiv. Und die Frau des gutgestellten Herrn, der reklamierte, schämte sich wegen seiner Bemerkung gut erkennbar.» Zu den Restaurants, welche die Regieau-Karaffe ebenfalls einsetzen, gehören L’Auberge und La Piazetta in Langenthal.

Kunden- und Mitarbeitergeschenke

Bei Regieau selbst engagiert ist die Bauunternehmung Witschi Group AG. «Wasser ist etwas, was mich und meinen verstorbenen Ehemann Andreas stark verband», erklärt Barbara Witschi, Vizepräsidentin des Verwaltungsrates. «Sein Zugang bestand über den Wasserbau, meiner über das Trinkwasser.» Bereits Ende des letzten Jahres schenkte die Witschi Group ihren Mitarbeitenden und Kunden deshalb die Regieau-Karaffen. Nun gehört die Langenthaler Firma zu den Gesellschaftern der Regieau GmbH.

Das Ziel von Regieau (einer Kombination aus Region und dem französischen Wort für Wasser) formuliert Jörg Wetzel so: «Wir entwickeln die Hardware, mit der das regionale Trinkwasser besser serviert und präsentiert werden kann.» Bisher sind das vor allem verschiedene Formen von Glaskaraffen.

In Markus Lehmann hat Wetzel einen Mitarbeiter gefunden, der sich voll mit der Idee identifiziert, wie er erklärt. Die grössere Identifikation mit den verkauften Produkten bezeichnet dieser denn auch als Hauptansporn für seinen Arbeitsplatzwechsel. Bereits sprudeln die Ideen nur so aus ihm heraus. Er spricht von einem passenden Trinkglas, Trinkflaschen und Wasserspendern. Auf seiner Liste figurieren aber auch Reinigungsprodukte und Küchentextilien. Oder für die, welche mit dem Geschmack reinen Wassers nicht viel anfangen können, Tees und Sirups aus regionalen Produkten.

Markus Lehmann ist vorerst in einem 30-Prozent-Pensum angestellt. Bis Ende Jahr will die Firma, die bisher von einem A-fonds-perdu-Beitrag aus der Neuen Regionalpolitik des Bundes profitierte, selbsttragend arbeiten.

Synergien mit Wasserversorgern

Einen wichtigen Partner hat Regieau bereits an der Angel: die regionalen Wasserversorgungen. «Wir geniessen in der Bevölkerung grosses Vertrauen», erklärt Roger Aebi, Geschäftsführer der Vennersmühle-Wasserversorgung. Diese versorgt 18 Gemeinden rund um Burgdorf mit Trinkwasser aus einer Quelle in der Nähe von Rüderswil. Dieses Urteil basiere auf einer repräsentativen Befragung des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfachs, hob Aebi hervor.

Die gleiche Umfrage habe aber auch Verbesserungspotenzial bei der Transparenz und Kommunikation aufgezeigt. Aebi ortet deshalb viele Synergien mit den Absichten von Regieau. «Erwartungen, dass wir an die neue Firma einen Beitrag leisten könnten, verschliessen wir Wasserversorgungen uns deshalb nicht.» Noch sei es aber zu früh, diesen zu beziffern.

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