Das Jubiläumsjahr 2011 der Firma Création Baumann wird nicht nur glanzvoll in Erinnerung bleiben. Der Abbau von zwölf Arbeitsplätzen, begründet mit der Währungskrise, trübte das 125-Jahr-Jubiläum. Während das Personal abgebaut wurde, konnte der Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahr auf 53,8 Mio. Franken gehalten werden.

Geschäftsführer Baumann ist erfreut

Ein Umstand, der den Besitzer und Geschäftsführer Philippe Baumann freut, denn das exportorientierte Familienunternehmen leide nach wie vor unter der Frankenstärke. Ebenfalls gehalten wurde der Exportanteil, der wie im Vorjahr 68 Prozent beträgt.

Im Heimmarkt Schweiz holt Création Baumann 32 Prozent seines Umsatzes herein. Hier generiere das Unternehmen auch vornehmlich die Wertschöpfung, wie einer Medienmitteilung zu entnehmen ist. «Weil nach wie vor in der Schweiz die gesamte Produktionskette vom rohen Garn bis zum Stoff beheimatet ist», erläutert Besitzer und Geschäftsführer Philippe Baumann.

Der Umsatz der beiden Hauptlinien Création Baumann Line und Living Line, die mit 80 Prozent den grössten Anteil des Gesamtumsatzes ausmachen, blieb stabil, während der Produktbereich Systems einen leichten Rückgang hinnehmen musste. Sehr erfreulich entwickle sich die Gruppe der adhäsiven Textilien. Das Hafttextil Gecko verzeichnete das vierte Jahr in Folge einen Umsatzzuwachs. Für Création Baumann laut Mitteilung ein Beweis, dass sich Innovationen in neue Produkte und Textiltechniken auszahlen.

Namhafte Projekte lanciert

Wegen der Frankenstärke ist das Objektgeschäft 2011 zurückgegangen. Dessen Anteil am Gesamtumsatz betrage 43 Prozent. Dennoch hätten Liefersicherheit, Produktqualität und Service dazu geführt, dass Création Baumann 2011 einige namhafte Projekte realisieren konnte, wie das Hiroshi Senju Museum in Karuizawa, Japan, das Hotel Le Méridien Piccadilly in London oder die ZKB Filiale im Prime Tower in Zürich, wo das Hafttextil Gecko eingesetzt wurde.

Das für Création Baumann relevantere Privatkundengeschäft (55%) habe sich gut entwickelt, vor allem in den wichtigsten Absatzmärkten Schweiz und Deutschland. Der Heimmarkt Schweiz konnte dank einer Umsatzsteigerung das Vorkrisenumsatzniveau von 2007 zurückerlangen. In Deutschland konnte der Umsatz um 9,5 Prozent gesteigert werden.

Die weiteren Exportmärkte zeigten 2011 wechselhafte Entwicklungen. So führten Sondereffekte beispielsweise in Grossbritannien oder Spanien, dessen Wirtschaft besonders unter der Eurokrise leidet, zu einer Umsatzsteigerung von über 40 Prozent. Auch die japanische Tochtergesellschaft konnte trotz Fukushima eine leichte Umsatzsteigerung realisieren.

Aktuell stimmen die Zahlen

Création Baumann rechnet auch 2012 mit einem herausfordernden Jahr. Durch die in Vergangenheit getroffenen Massnahmen und gezielten Einsparungen blickt Philippe Baumann der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens aber zuversichtlich entgegen. «Wir sind beim Umsatz aktuell auf Vorjahresniveau», sagt Baumann.

Das Budget rechne mit einem moderaten Umsatzwachstum von 1,8 Prozent. «Wir gehen heute davon aus, dass wir diese Zahlen erreichen können.» Die Märkte in Deutschland und den nordischen Ländern laufen seht gut. Andererseits leiden die Märkte in den USA und in Italien. «Im Fall von Italien müssen wir massive Umsatzrückgänge zu Kenntnis nehmen. Das hängt letztlich auch mit der generellen Wirtschaftssituation zusammen. Unser Produkt ist konjunkturabhängig. Auch die reichen Leute in Italien haben im Moment grosse Probleme.»