Islamische Glaubensgemeinschaft

Blut spenden in Langenthal als Zeichen der Zugehörigkeit

Mutalip Karaademi erklärt die Blutspende-Aktion.

Mutalip Karaademi erklärt die Blutspende-Aktion.

Das Minarett kann die Glaubensgemeinschaft vorerst nicht bauen. Als Zeichen der Verbundenheit mit dem Oberaargau wollen nun aber Mitglieder unter dem Motto «Blut spenden - Leben retten» mit gutem Beispiel vorangehen um so weitere Personen zum Blutspenden zu motivieren.

Ruhig ist es geworden um die Islamische Glaubensgemeinschaft in Langenthal. Das geplante Minarett kann vorerst nicht gebaut werden, obwohl die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) im Oktober 2010 grünes Licht gab. Postwendend hatten die Gegner des Minarettbaus eine Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht eingereicht. Diese ist nach wie vor hängig und wird erst in diesem Sommer beantwortet werden. Dass danach Ruhe einkehrt, ist schwer zu glauben. Beide Parteien haben bereits in dieser Zeitung einen Weiterzug des Entscheides angekündigt.

«Blut spenden - Leben retten»

Nun sorgt die islamische Glaubensgemeinschaft Xhamia e Langenthalit mit einer Aktion für etwas Aufsehen. Oder will sie die Verwaltungsrichter in Bern positiv stimmen? Morgen Donnerstag werden sich etwa 20 Personen der Glaubensgemeinschaft ihr Blut im Blutspendezentrum in Langenthal abzapfen lassen.

«‹Blut spenden – Leben retten›. Unter diesem Motto haben wir uns vorgenommen, mit gutem Beispiel voranzugehen und hoffentlich weitere Personen zum Blutspenden zu motivieren», sagt Mutalip Karaademi, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Es sei keine Werbeaktion für das Minarett, wehrt sich Karaademi. «Wir fühlen uns hier wie in unserer Heimat. Mit dieser humanen Geste wollen wir zeigen, dass wir zum Oberaargau dazugehören.»

«Wir leben hier und wir leben zusammen mit der Bevölkerung hier»

Erste Priorität habe für ihn wie für seine Gemeinschaft der Mensch, «egal, welche Farbe oder welche Nationalität er hat». Es sei eine Geste, um das Anliegen der Gemeinschaft zu zeigen: «Wir leben hier und wir leben zusammen mit der Bevölkerung hier.» Die Aktion des Blutspendens habe die Glaubensgemeinschaft schon lange geplant, aber sie wollte die Aktion nicht vor der Minarettabstimmung durchführen.

In Bezug auf den Minarettbau bleibt Karaademi bei der vielfach geäusserten Haltung: «Wir haben das Recht zum Bau erhalten und wollen das Minarett bauen. In einem Rechtsstaat müssen alle gleichberechtigt behandelt werden.»

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