Lebensmittelkontrolle

Aufatmen bei Vereinen und Marktfahrenden

Ein Wochenmarkt (Symbolbild)

Ein Wochenmarkt (Symbolbild)

Das Kantonale Laboratorium hat seine Reorganisation abgeschlossen. Der Schritt drängte sich auf, nachdem der Grosse Rat letzten November das Budget von gut 9 auf 8 Millionen Franken reduziert hatte.

Anstoss dazu gab ein Kürzungsantrag von Peter Eberhart (BDP/Erlenbach), den das Parlament mit 84 zu 53 Stimmen guthiess. Die Reorganisation ging ohne Entlassungen über die Bühne, wie die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) gestern mitteilte.

Damit wurde eine Vorgabe von Regierungsrat Philippe Perrenoud (SP) umgesetzt. Sparen musste das Laboratorium faktisch nicht eine Million, sondern lediglich etwa 400000 Franken. Denn das Budget wurde in den letzten Jahren gar nicht ausgeschöpft, weil man nach der Kantonalisierung der Lebensmittelkontrolle erst einmal Erfahrungen sammeln musste.

Ferien und Überstunden abbauen

Die 400000 Franken werden eingespart, indem vakante Stellen nicht besetzt, Pensen reduziert und der Sachaufwand verkleinert wurde. Ausserdem ordnete Kantonschemiker Otmar Deflorin an, dass alle Mitarbeiter ihr ganzes Ferienguthaben bis Ende Jahr beziehen und höchstens noch zehn Überstunden ins 2012 mitnehmen dürfen. Diese Massnahmen wirken sich auf die Kontrolltätigkeit aus. Das Kantonale Laboratorium schuf eine neue Kategorie von Betrieben, die nicht mehr regelmässig kontrolliert werden, sondern nur noch bei Verdachtsmomenten oder im Rahmen von gezielten Kampagnen.

So gibt es bei Imkern, Ferienlagern, Schulbasaren und Vereinswirtschaften keine regelmässigen Kontrollen mehr. Eintägige Festwirtschaften und Dorfmärkte werden ebenfalls nicht mehr routinemässig überprüft. Generell wurden die Kontrollintervalle der verschiedenen Betriebskategorien neu definiert. Dabei stützte man sich auf die Kontrollergebnisse der letzten Jahre. Betriebskategorien mit kleinem Risiko werden künftig seltener, solche mit höherem Risiko häufiger überprüft.

«Ich bin zufrieden mit der Umsetzung meines Antrages. Die Lebensmittelkontrolle funktioniert künftig genau so, wie ich es wollte», sagte Eberhart gestern im Gespräch mit dem az Langenthaler Tagblatt. Die Kontrolleure würden nicht mehr «mit aller Gewalt das Haar in der Suppe suchen», sondern risikobasiert arbeiten. Seine noch hängige Motion zur Tätigkeit des Kantonalen Laboratoriums – «Gebührenexzesse beenden» – werde er nun zurückziehen. «Sie ist nicht mehr nötig.» (sda, uz)

Meistgesehen

Artboard 1