Basketball
Zum Tod von Kobe Bryant (†41): Mamba out

Die Sportwelt trauert um eine Legende. Am Sonntag kam der 41-jährige Basketball-Star Kobe Bryant bei einem Helikopterabsturz in Kalifornien ums Leben. Ein Nachruf.

Nicola Berger
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Kobe Bryant stirbt bei einem Helikopter-Crash mit 41 Jahren. Das Bild zeigt ihn am 28. März 2016: Er winkt den Fans zu, wenige Wochen vor seinem letzten Spiel.
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Der abgestürzte Helikopter, in dem Kobe Bryant und seine 13-jährige Tochter Gianna umkamen, in Calabasas/Kalifornien.
Bryant spielte in der NBA 20 Jahren und einzig bei den Los Angeles Lakers. Er trug erst die 8, später die 24.
Bryant war im ganzen Land populär.
Kobe Bryant mit 41 Jahren bei Heli-Unglück verstorben
Bryant ist einer der besten Basketballer aller Zeiten. Fünfmal gewann er mit den Lakers den Titel. Zweimal holte er mit den USA Olympia-Gold.
Kobe Bryant war verheiratet und hatte vier Töchter.
Dieses Bild zeigt ihn mit seiner Frau Vanessa.
Ein Bild für die Ewigkeit: Kobe Bryant im Lakers-Trikot mit der Nummer 24
All-Star-Game der NBA im Februar 2009: Die ehemaligen Lakers-Weggefährten Shaquille O'Neal und Kobe Bryant.
Bryant gewann mit den Lakers (und mit O'Neal) von 2000 bis 2002 seine ersten drei NBA-Meisterschaften.
1996 kam Bryant in die NBA, ohne zuvor ein College besucht zu haben. Die Lakers sicherten sich die Rechte an dem grossen Talent
Sieben Jahre später kamen zwei weitere dazu. In der Zwischenzeit hatte O'Neal den Club gewechselt.
Die Anteilnahme nach dem Tod von Kobe Bryant ist in den USA riesig.
Lakers-Fans stehen unter Schock.
Grosse Anteilnahme zum überraschenden Tod von Kobe Bryant.
Fans trauern um Kobe Bryant

Kobe Bryant stirbt bei einem Helikopter-Crash mit 41 Jahren. Das Bild zeigt ihn am 28. März 2016: Er winkt den Fans zu, wenige Wochen vor seinem letzten Spiel.

Keystone

Der 13. April 2016 in Los Angeles, Kalifornien. In seinem letzten NBA-Spiel wirft Kobe Bryant gegen die Utah Jazz 60 Punkte und hält im Staples Center eine legendäre Abschiedsrede, die er mit diesen Worten beschliesst: «Mamba out». Dazu lässt er betont cool das Mikrofon aus der Hand fallen, der Vorhang fällt. Die Aktion wurde sofort Teil der amerikanischen Popkultur, sogar Barack Obama widmete ihm kurz darauf eine Hommage, als US-Präsident sagte er beim traditionellen Mediendinner: «Obama out».

Die Episode hilft zu verstehen, welchen Stellenwert Bryant hatte. Die Lichtgestalt strahlte weit über den Basketballsport hinaus, in welchem er jede Auszeichnung und jeden Titel gewann; NBA-Meisterschaften und Olympiagold. Sein Aufstieg war kometenhaft – aufgewachsen war er einst in Italien, die Eltern benannten ihn nach dem gleichnamigen Gourmet-Rindfleisch aus Japan, welches sie auf einer Speisekarte entdeckt hatten. Bryant wollte Fussballer werden, er verehrte die AC Milan. Aber er fand zum Basketball, dem Sport seines Vaters – und wurde zum besten Profi seiner Generation. Drei Spieler haben die NBA in den letzten dreissig Jahren stärker geprägt als alle anderen: Michael Jordan, LeBron James und eben Bryant; das ist die Flughöhe. Seine geliebten Los Angeles Lakers führte er zu fünf Titeln, er verliess den Klub in zwei Jahrzehnten Karriere nie.

Die Bilder von Kobe Bryants letzten NBA-Spiel:

Kobe Bryant tritt zurück: Ein ganz Grosser verabschiedet sich von der Welt des Sports
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Kobe Bryant tritt zurück: Ein ganz Grosser verabschiedet sich von der Welt des Sports

Kobe Bryant tritt zurück: Ein ganz Grosser verabschiedet sich von der Welt des Sports

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Bryant stand für Ästethik, für Professionalität und Beharrlichkeit bis zur Selbstaufgabe, für verbissen wirkenden Ehrgeiz auch. Jovialität war ihm lange fremd; anders als Jordan wurde er auch darum ausserhalb von Los Angeles an kaum einem Ort geliebt. Die Menschen respektierten seine Leistungen, seine Rekorde. Aber die breite Masse blieb lange auf Distanz – oder begegnete ihm gar mit Argwohn. Wer Bryant nicht mochte, glaubte sich bestätigt, als Phil Jackson, der langjährige Coach der Lakers, in einem Buch schrieb, Bryant sei «nicht coachbar». Sondern «zu stur und egoistisch». Und dann war da der Tiefpunkt von 2003, als Bryant von einer 19-jährigen Hotelangestellten aus Colorado wegen Vergewaltigung angeklagt wurde. Das Verfahren endete mit einem Vergleich.

Doch je länger die Karriere andauerte, desto beliebter wurde Bryant. In seiner letzten Saison wurde er in jedem Stadion mit Ovationen und guten Wünschen für die Zeit nach dem Rücktritt verabschiedet. Bryant schien die neue Lebensphase in vollen Zügen zu geniessen. Mit einem Vermögen von knapp 600 Millionen Dollar hatte er die Vermögensbildung längst abgeschlossen, was die Alltagsgestaltung erleichtert. Er schrieb eine Autobiographie und gründete ein Medienunternehmen, das Sport-Fantasy-Bücher für Kinder veröffentlicht. 2018 gewann er für seinen Animationskurzfilm «Dear Basketball» einen Oscar. Nach der Auszeichnung sagte er, sie würde ihm mehr bedeuten als all die Meriten im Profisport.

Daneben kümmerte er sich um seine vier Töchter. Er coachte das Basketballteam der 13 Jahre alten Gianna, mit ihr machte er sich am Sonntag auf zu einem Spiel. Doch der Privathelikopter fing Feuer und stürzte in Calabasas ab. Alle neun Insassen starben, Bryant wurde nur 41 Jahre alt.

Die Nachricht schockte die Sportwelt und die USA so stark wie lange nichts mehr; alleine auf Twitter gab es Millionen von Kondolenzmitteilungen. Vor dem Staples Center, wo irgendwann seine Statue stehen wird, legten tausende Menschen Blumen und Kerzen ab. Die Dallas Mavericks gaben bekannt, Bryants Nummer 24 zukünftig nicht mehr zu vergeben. Möglich ist, dass die Ehrerbietung liga-weit übernommen wird. In der Geschichte der NBA hat es das noch nie gegeben. Wahrscheinlich sagt das alles aus über Kobe Bryant, über sein Vermächtnis: dass er auch nach seinem Tod die Grenzen verschiebt. Mamba out.

Diese Prominenten verstarben 2020:

29. Dezember: Der Schweizer Architekt Luigi Snozzi stirbt im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion. Er zählte zu den Erneuerern der Tessiner Architektur.
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29. Dezember: Der französische Modeschöpfer Pierre Cardin stirbt im Alter von 98 Jahren in Frankreich.
16. Dezember: Alt Bundesrat Flavio Cotti stirbt im Alter von 81 Jahren. Als CVP-Mitglied gehörte er dem Bundesrat von 1987 bis 1999 an.
12. Dezember: John Le Carré, der durch seine Spionageromane weltbekannte Schriftsteller, stirbt im Alter von 89 Jahren an einer Lungenentzündung.
11. Dezember: Der Schweizer Bildhauer Erwin Rehmann stirbt im Alter von 99 Jahren in Laufenburg.
3. Dezember: Die deutsche Schauspielerin Jutta Lampe stirbt im Alter von 82 Jahren in Berlin.
2. Dezember: Valéry Giscard d’Estaing, französischer Politiker und ehemaliger Staatspräsident stirbt an den Folgen einer Corona-Infektion.
28. November: Der britische Schauspieler und« Darth-Vader»-Darsteller David Prowse stirbt im Alter von 85 Jahren nach kurzer Krankheit.
25. November: Fussballgott Diego Maradona erliegt im Alter von 60 Jahren einem Herzinfarkt.
23. November: Karl Dall, deutscher Fernsehmoderator, Sänger und Komiker stirbt im Alter von 79 Jahren in Lüneburg an den Folgen eines Schlaganfalls.
20. November: Der deutsche Star-Friseur Udo Walz stirbt im Alter von 76 Jahren an den Folgen eines Diabetes Schocks.
31. Oktober: Bond-Legende Sean Connery stirbt im Alter von 90 Jahren auf den Bahamas.
25. Oktober: Der deutsche Bundestags-Vizepräsident Thomas Oppermann bricht kurz vor einem Interview zusammen und stirbt dann später mit nur 66 Jahren im Krankenhaus.
19. Oktober 2020: Spencer Davis (links), der britische Rockmusiker und Mitbegründer der Band «Spencer Davis Group» stirbt im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes.
12. Oktober: Die US-amerikanische «Two and a Half Men»-Darstellerin Conchata Ferrell stirbt im Alter von 77 Jahren.
6. Oktober 2020: Der niederländisch US-amerikanische Rockmusiker Edward Van Halen stirbt mit 65 Jahren an Kehlkopfkrebs. Das Ausnahmetalent auf der E-Gitarre war Mitbegründer der Rockband "Van Halen".
6. Oktober: Der US-Musiker Johnny Nash, (Hit: «I Can See Clearly Now»), stirbt im Alter von 80 Jahren.
6. Oktober: Der deutsche Journalist, Kabarettist und Entertainer Herbert Feuerstein stirbt im Alter von 83 Jahren. Feuerstein war 20 Jahre lang Chef des Satire-Magazins «MAD».
27. September: Der ehemalige deutsche Wirtschaftsminister Wolfgang Clement stirbt im Alter von 80 Jahren an Lungenkrebs.
23. September: Die französische Chansonsängerin und Ikone Juliette Greco stirbt im Alter von 93 Jahren.
21. September: Der französische Schauspieler Michael Lonsdale stirbt im Alter von 89 Jahren.
28. August: Uli Stein, einer der bekanntesten Cartoonisten Deutschlands, stirbt im Alter von 73 Jahren.
15. August: Robert Trump (links), der Bruder von Donald Trump, stirbt im Alter von 71 Jahren.
11. August: Der US-amerikanische Popsänger Trini López stirbt im Alter von 83 Jahren an der Folgen einer Covid-19-Erkrankung.
25. Juli: Die amerikanische Filmlegende Olivia de Havilland stirbt im Alter von 104 Jahren in Frankreich.
25. Juli: Gitarrengott Peter Green stirbt ist im Alter von 73 Jahren. Er war Mitbegründer der legendären Band «Fleetwood Mac».
13. Juli: Der US-amerikanische Schauspieler und Modellbauer Grant Imahara stirbt im Alter von 49 Jahren an den Folgen eines Aneurysmas.
13. Juli: Benjamin Keough, Enkel des «King of Rock'n' Roll» Elvis Presley nimmt sich mit 27 Jahren das Leben.
6. Juli: Film-Komponist Ennio Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod") stirbt 91-jährig.
19. Juni: Der britische Schauspieler, der vor allem als Bilbo Beutlin in «Herr der Ringe» bekannt wurde, stirbt im Alter von 88 Jahren.
12. Juni: Nationalrat Albert Vitali (FDP/LU) erliegt kurz vor seinem 65. Geburtstag einem Krebsleiden.
31. Mai: Der Künstler Christo, der vor 25 Jahren auch das Reichstagsgebäude in Berlin verhüllte, ist tot. Er starb in New York im Alter von 84 Jahren.
26. Mai: Der ehemalige Berner SVP-National- und Regierungsrat Bernhard Müller stirbt 89-jährig.
24. Mai: Die amerikanische Schlagzeug-Legende Jimmy Cobb stirbt in New York.
19. Mai: Bauunternehmer Walter Beller stirbt zuhause mit 71 Jahren. Bild: Mit Ehefrau Irina Beller.
12. Mai: Die deutsche Fotografin und Künstlerin Astrid Kirchherr fotografierte die Beatles – und wurde mit ihnen berühmt: Sie stirbt im Alter 81 Jahren.
12. Mai: Die französische Schauspiel-Legende Michel Piccoli stirbt im Alter von 94 Jahren.
9. Mai: Der US-Amerikaner Little Richard, der Pionier des Rock'n Roll, stirbt mit 87 Jahren.
8. Mai: Roy Horn (links), ein deutsch-US-amerikanischer Zauberkünstler, stirbt im Alter von 75 Jahren in Las Vegas an einer Corona-Infektion.
25. April: Der schwedische Schriftsteller Per Olov Enquist stirbt mit 85 Jahren.
23. April: Der ehemaliger deutsche Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm stirbt im Alter von 84 Jahren.
14. April: Der renommierte Berner Gegenwartskünstler Markus Raetz stirbt mit fast 79 Jahren. Der Maler, Zeichner und Objektkünstler hat in seinem umfangreichen Werk immer wieder die gewohnte Wahrnehmung unterlaufen.
12. April: Formel 1-Legende Stirling Moss stirbt im Alter von 90 Jahren in London.
1. April: Der amerikanische Musiker Adam Schlesinger (52) stirbt an den Folgen einer Corona-Infektion. Der Emmy- und Grammy-Preisträger wurde 52 Jahre alt.
1. April: Der amerikanische Jazz-Pianist Ellis Marsalis aus New Orleans stirbt an den Folgen einer Coronavirus-Infektion.
30. März: Die US-amerikanische Soul-Legende Bill Withers («Ain't No Sunshine»), stirbt im Alter von 81 Jahren in Kalifornien.
25. März: US-Schauspieler Mark Blum (hier mit Schauspielerin Sharon Lawrence) stirbt mit 69 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Infektion. Blum wurde mit Filmen wie "Desperately Seeking Susan" und "Crocodile Dundee" bekannt.
24. März: Der Asterix-Zeichner Albert Uderzo stirbt mit 92 Jahren an einem Herzinfarkt.
20. März: Kenny Rogers stirbt mit 81 Jahren. Der Country- und Popmusiker schuf Hits wie «Island In The Stream» und «Lucille».
8. März: Der schwedische Schauspieler Max von Sydow stirbt mit 90 Jahren in Paris. Er wurde in den 1950er Jahren durch seine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Regisseur Ingmar Bergman bekannt, später war er auch in Blockbustern wie «Star Wars» zu sehen.
6. März: Der Us-Amerikaner McCoy Tyner, einer der einflussreichsten und bedeutendsten Pianisten des Jazz, stirbt im Alter von 81 Jahren.
25. Februar: Ägyptens Langzeitmachthaber Husni Mubarak stirbt im Alter von 91 Jahren. Mubarak stand fast 30 Jahre an der Spitze des bevölkerungsreichsten Landes der arabischen Welt.
17. Februar: Die Tastenkombination «Copy and Paste» spart Zeit und sorgt für Ärger. Nun ist ihr Erfinder Larry Tesler 74-jährig gestorben.
15. Februar: Die britische Fernsehmoderatorin Caroline Flack wird tot in ihrer Wohnung gefunden. Die 40-Jährige soll Suizid begangen haben. Sie hätte sich Anfang März 2020 vor Gericht verantworten sollen, weil sie im Dezember 2019 ihren Freund Lewis Burton attackiert hatte.
5. Februar: Die Hollywood-Legende Kirk Douglas stirbt im Alter von 103 Jahren.
1. Februar: Die Zürcher Radiolegende Elisabeth Schnell - hier 2005 im Berner Oberland - stirbt im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer Erkrankung.
31. Januar: Eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der Welt, die US-Amerikanerin Mary Higgins Clark, stirbt im Alter von 92 Jahren.
26. Januar: Der ehemalige Basketball-Superstar Kobe Bryant verunglückt bei einem Helikopterabsturz in Kalifornien und stirbt mit nur 41 Jahren.
21. Januar: Terry Jones, Mitglied der berühmten Komikergruppe Monty Python, stirbt im Alter von 77 Jahren in England. Jones litt während der letzten Jahre an starker Demenz und war in der Öffentlichkeit nur noch selten zu sehen.
20. Januar: Der deutsche Schauspieler Joseph Hannesschläger, hier mit seiner Ehefrau, verliert den Kampf gegen den Krebs im Alter von 57 Jahren. Seit 2002 war Hannesschläger als Kommissar in der ZDF-Kultserie "Die Rosenheim-Cops" zu sehen.
5. Januar: John Baldessari, amerikanische Künstler, wird 88 Jahre alt.
1. Januar: Martin Bundi, der frühere Bündner SP-Nationalrat setzte sich für die Natur und die rätoromanische Sprache ein. Er stirbt im Alter von 87 Jahren.

29. Dezember: Der Schweizer Architekt Luigi Snozzi stirbt im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion. Er zählte zu den Erneuerern der Tessiner Architektur.

Foto: Keystone

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