Kommentar

Zugabe, liebe Handball-Nati!

François Schmid-Bechtel
© CH Media

Die Schweizer Handball-Nati mischt erst seit kurzem im internationalen Vergleich mit – mit Erfolg. Man kann gespannt sein, wie es weiter geht.

Wer 14 Jahre nicht mehr Ski gefahren ist, hat es kaum verlernt, aber man braucht eine Angewöhnungszeit. Und sehr wahrscheinlich gehört man nicht auf Anhieb zu den Cracks auf der Piste. Was das mit dem EM-Aus der Schweizer Handball-Nationalmannschaft zu tun hat? Nun, sie war die letzten 14 Jahre nur Zuschauerin, wenn die grossen Handball-Partys stiegen. Umso erstaunlicher, wie schnell sich die Newcomer aus der Schweiz in diesem Umfeld zurechtgefunden haben. Man durfte nicht erwarten, dass die Schweiz in die Hauptrunde einzieht. Ihr Platz ist noch nicht unter den besten zwölf Teams Europas. Gleichwohl haben sowohl die Entscheidungsträger als auch die Spieler den Anspruch, gegen jeden Kontrahenten bestehen zu können.

Ein nächster Entwicklungsschritt wäre die Teilnahme an der WM 2021 in Ägypten. Doch die Qualifikation nun zur Pflichtaufgabe zu erklären, wäre realitätsfremd. Denn im Gegensatz zum 24er-Feld einer EM dürfen neben Titelverteidiger Dänemark nur 13 weitere Teams aus Europa an der WM teilnehmen. Damit der Schub des Projekts – zurück ins ­Rampenlicht – nicht verpufft, braucht es aber Resultate. Die Qualifikation für die EM 2022 gehört auf die Pendenzenliste. Erst recht, weil es wohl das letzte Turnier ist, das der Ausnahmekönner Andy Schmid als Spieler bestreiten wird. Wenn der 36-Jährige in zwei Jahren ein ähnliches Rendement erreicht wie heute, ist die nächste Stufe, der Vorstoss in die Hauptrunde, keine Utopie.

Autor

François Schmid-Bechtel

François Schmid-Bechtel

Meistgesehen

Artboard 1