«Bei Kinderwägen brauche ich länger für eine Entscheidung»: Drei Fragen an Daniel Hubmann.

«Bei Kinderwägen brauche ich länger für eine Entscheidung»: Drei Fragen an Daniel Hubmann.

Am Sonntag will der 32-jährige Ostschweizer Daniel Hubmann zum zweiten Mal Weltmeister im Sprint werden. Nach drei Silbermedaillen vor einem Jahr im Südtirol strebt er an den Titelkämpfen im schottischen Inverness auch über die Mittel- und die Langdistanz sowie mit der Staffel nach dem obersten Platz auf dem Podest. «Ja, ich will Gold. Immerhin sind seit meinem letzten WM-Titel nun doch schon vier Jahre vergangen», sagt Hubmann. 

Den grössten Erfolg in diesem Jahr wird Hubmann aber erst Ende September feiern. Dann erwarten er und seine frisch vermählte Ehefrau Annette Kindschi ihr erstes Kind. Die fälligen Entscheidungen bei den Vorbereitungen auf die Vaterschaft bringen den Teamroutinier (10. WM-Teilnahme) auf jeden Fall mehr ins Trudeln als die bevorstehenden Routenwahlentscheide im schottischen (Ur-)Wald. In der Königsdisziplin Langdistanz erwarten die Experten eine der herausforderndsten Aufgaben in der WM-Geschichte.

«Ich geniesse es, draussen zu bräteln»: Drei Fragen an Matthias Kyburz.

«Ich geniesse es, draussen zu bräteln»: Drei Fragen an Matthias Kyburz.

Wie Hubmann durfte auch Weltcupleader Matthias Kyburz (Möhlin) die WM-Einsätze aufgrund seiner starken Leistungen selber auswählen. Erstaunlicherweise verzichtet Kyburz mit dem Sprint ausgerechnet auf jene Disziplin, in welcher er 2012 bei den Heim-Titelkämpfen in Lausanne seinen ersten Weltmeistertitel gewann.

Der Grund ist klar: Der 25-jährige Fricktaler will nach mehreren Siegen im Weltcup endlich auch an einer WM beweisen, dass er auch in den «Walddisziplinen» Mittel- und Langdistanz um den Sieg laufen kann. Im letzten Jahr reichte es ihm jeweils ganz knapp nicht aufs Podest. 

«Ich verzichte auf nichts»: Drei Fragen an Judith Wyder.

«Ich verzichte auf nichts»: Drei Fragen an Judith Wyder.

Das grösste Fragezeichen zur Leistungsfähigkeit muss man ausgerechnet bei Judith Wyder machen. Dies obwohl die Berner Oberländerin im letzten Jahr als je dreifache Europa- und Weltmeisterin kometenhaft aus dem Schatten der zurückgetretenen OL-Königin Simone Niggli-Luder trat.

Im letzten Winter verhinderten jedoch rätselhafte gesundheitliche Beschwerden während vier Monaten ein intensives Training. Jetzt geht es Wyder besser. Was genau für Probleme sie hatte, will die Bernerin aus persönlichen Gründen nicht kommunizieren.

Nach dem entsprechend harzigen Saisonstart fühlt sich Judith Wyder aber bereit für Schottland: «Ich habe ein gutes Gefühl, aber ich messe mich selber nicht mit meinen Erfolgen von 2014», sagt sie. «Aber ich reise mit der Gewissheit an die WM, dass ich an jedem Wettkampf um eine Medaille laufen kann.» 

Die drei Schweizer Aushängeschilder Hubmann, Kyburz und Wyder vereinen zusammen neun WM-Goldmedaillen. Ebenfalls ein Medaillenkandidat ist der Baselbieter Fabian Hertner, der zusammen mit Kyburz und Hubmann auch die Schweizer Staffel bilden wird. Bei den Frauen sind Wyder, Sara Lüscher und Julia Gross sogar Titelverteidiger.

Insgesamt strebt die Schweizer Delegation in den insgesamt neun Entscheidungen sieben Medaillen an. Vor einem Jahr in Italien waren es sogar acht Medaillen. Damals bevorzugte das kontinentale Gelände die Schweizer, bei der letzten WM in Schottland 1999 sahnten hingegen die Skandinavier gross ab.