Schweizer Cup

YB gegen FCZ: Für beide Parteien das Spiel der letzten Chance

Hyypiä vor dem Cup-Spiel: «Vielleicht ist es die einzige Chance in dieser Saison, etwas zu gewinnen.»

Hyypiä vor dem Cup-Spiel: «Vielleicht ist es die einzige Chance in dieser Saison, etwas zu gewinnen.»

Die Young Boys und der FC Zürich sind beide durchtrieben von Zweifeln. Der Schweizer Cup ist so etwas wie ein Rettungsanker. Vor dem Achtelfinal-Duell beschäftigen beide Vereine die eigenen Erwartungen.

Adi Hütter ist schon jetzt, was YB gerne sein möchte: Cupsieger. Mit Red Bull Salzburg besiegte er Anfang Juni in einem dramatischen Final Austria Wien 2:0 nach Verlängerung. In Unterzahl. Nun macht sich Hütter daran, auch mit YB den Cup zu gewinnen. Es wäre der erste Titel seit 1987. Es wäre das Ende einer ewig währenden Sehnsucht. Und es würde die Berner Peinlichkeiten der letzten Jahre im Cup vergessen lassen.

YB und der Cup, das ist keine innige Liebe. Das Problem ist, es sollte ziemlich schnell Liebe entstehen, denn ansonsten würde YB bereits frühzeitig alle Saisonziele verpassen. Zwölf Punkte Rückstand in der Meisterschaft auf Leader Basel, dazu das vorzeitige Aus in Europa. Wirklich retten kann YB die Saison wohl nur noch im Cup.

Hütter kennt die YB-Ziele

Adi Hütter kennt die YB-Cup-Beziehung sehr wohl. Genauso wie er die YB-Ziele kennt. Nur hat der Nachfolger von Uli Forte dies alles noch aus der Ferne vernommen, und darauf verweist der clevere Übungsleiter gerne. «Ich finde es gut, wenn ein Verein wie YB ambitionierte Ziele hat und Titel gewinnen will», sagt er. Aber sich mit der Vergangenheit beschäftigen? Nein, lieber nicht.

«Ich finde es gut, wenn ein Verein wie YB ambitionierte Ziele hat und Titel gewinnen will», so YB-Trainer Adi Hütter vor dem Cupspiel gegen den FCZ.

«Ich finde es gut, wenn ein Verein wie YB ambitionierte Ziele hat und Titel gewinnen will», so YB-Trainer Adi Hütter vor dem Cupspiel gegen den FCZ.

Vier Jahre in Folge ist YB nun bereits an einem Unterklassigen gescheitert. Vor fünf Jahren bedeutete der FCZ Endstation. Auch darum sinnen die Berner auf Revanche. Die Chancen dafür, so scheint es, stehen gut. Die YB-Auftritte unter Hütter waren meist sehr gut. Aber was sind Prognosen um YB schon wert? Zu häufig enttäuschte das Team in entscheidenden Situationen. Vielleicht ist gerade dies Hütters wichtigste Aufgabe im Moment: Zu beweisen, dass er YB aus den eigenen Kleidern befreien kann.

Hyypiäs Sorgen

Knapp 100 Kilometer östlich von Bern sitzt Sami Hyypiä im FCZ-Museum. Der schlaksige Finne hat viele Sorgen. Seine bisherige Bilanz ist schlecht, in der Meisterschaft gewann er noch nie, viel zu oft ist ihm sein eigenes Team ein Rätsel. Wenn er über die Mängel spricht im physischen und mentalen Bereich, dann beisst er die Zähne furchterregend zusammen. In manchen Momenten wirkt der Finne wie ein Trainer, der nach Jahren mit seinem Team nicht mehr weiter weiss. Aber Hyypiä ist erst zwei Monate in Zürich. Seine Familie ist noch immer in Finnland. Seit kurzem spielt er einmal pro Woche Eishockey. Zur Ablenkung. «Dann kann ich abschalten – und werde effektiver bei meiner Kernaufgabe für den FCZ.» Bis er 14 war, spielte Hyypiä Fussball und Eishockey. «Damals konnte ein Junior noch problemlos mehrere Sportarten ausüben.»

Nun muss Hyypiä einen Weg finden, die Zürcher aus der Krise zu führen. Einmal während seiner Ausführungen gelingt es ihm tatsächlich, herzhaft zu lachen – als er darauf angesprochen wird, dass er als FCZ-Trainer 100 Prozent seiner Cupspiele gewonnen hat. «Grund genug, um mutig auf den Platz zu gehen», sagt er. Und ergänzt: «Vielleicht ist es die einzige Chance in dieser Saison, etwas zu gewinnen.»

Wie für YB ist der Cup auch für den FCZ ein Rettungsanker. Nur genügt das allein nicht. Zu bedrohlich ist die Lage in der Meisterschaft als Tabellenletzter. Hyypiä erzählt, wie er als Spieler so manchen Final bestritten und gewonnen hat. Vielleicht tut er das auch vor seinen Spielern. In der Hoffnung, ihnen den Erfolg einzuimpfen.

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