Nationalteam

Yann Sommer: «Ich kenne Stephan, er ist stark genug, um sich nicht unterkriegen zu lassen»

Zuversichtlich: Yann Sommer freut sich auf das Portugal-Spiel.Keystone

Zuversichtlich: Yann Sommer freut sich auf das Portugal-Spiel.Keystone

Yann Sommer glaubt nicht, dass Stephan Lichtsteiners Probleme Einfluss auf Schweizer Nationalmannschaft haben könnten.

Mit einem starken Angriff gewinnt man Spiele, mit einer sattelfesten Abwehr die Meisterschaft. Weil eine WM-Qualifikation mit zehn Partien eine Minimeisterschaft ist, sind die Aussichten der Schweizer Nati gut, ein gewichtiges Wort im Kampf um den ersten Rang und die direkte WM-Qualifikation mitzureden. Das sieht auch jener Mann so, welcher der Hinterste dieses Defensivverbunds ist: Torhüter Yann Sommer. «Wir können auf einer hervorragenden Basis aufbauen», sagt der 27-Jährige am Freitagmittag nach einer schweisstreibenden Trainingseinheit auf dem Sportplatz Chrummen in Freienbach.

Sommer steht vor einem Herbst vollerHerausforderungen. Mit Borussia Mönchengladbach ist er vielversprechend in die Bundesligasaison gestartet, kurz nachdem die Fohlen in der Champions League in eine spektakuläre Gruppe mit Barcelona, Manchester City und Celtic Glasgow gelost worden waren. Und mit der Schweiz warten die wegweisenden Partien gegen Europameister Portugal (am Dienstag) und Ungarn (7. Oktober). «Allediese Spiele sind eine Riesen-Challenge», sagt Sommer, «doch für den Augenblick gilt meine ganze Konzentration dem Spiel gegen Portugal. Mir gefällt es, dass wir gleich zu Beginn diesen starken Gegner vor der Brust haben.»

Das kann nur einer sagen, der überzeugt ist von den Qualitäten seiner Vorderleute. Damit aber nicht nur die Verteidiger meint, sondern von der guten Mischung zwischen Defensive und Offensive angetan ist. «Wir haben bei der EM mutig nach vorne gespielt», sagt Sommer,wohl wissend, dass es bei der Verwertungder Torchancen aber schon noch gehapert hat. Umso wichtiger ist es daher, wenn die Viererkette mit Stephan Lichtsteiner, Johan Djourou, Fabian Schär und Ricardo Rodriguez so sicher steht wie in Frankreich. «Es ist ein enormes Plus, dass wir kaum Änderungen haben und damit bestens eingespielt sind», sagt Sommer. Aussetzer wie von Lichtsteiner vor dem Penalty gegen Rumänien oder von Djourou gleich zu Beginn des Achtelfinals gegen Polen kann es zwar immer mal wieder geben, sind aber immer mehr zur Ausnahme geworden. Ja, die defensive Stabilität – in Frankreich kassierte die Schweiz in vier Partien nur zwei Gegentore – erinnert an jene bei der WM 2006, als Goalie Pascal Zuberbühler bis zum Out im Penaltyschiessen gegen die Ukraine kein einziges Mal bezwungen worden war.

Kein Problem für die Nati

Interessanterweise war gleich bei drei Mitgliedern der aktuellen Viererkette in diesem Sommer die Zukunft im Verein offen. Schär entschied sich nach einer durchzogenen Saison bei Hoffenheim und einer starken EM allerdings zum Verbleib in der Bundesliga und gegen die Offerte des FC Valencia. Auch Rodriguez bleibt Deutschland vorerst erhalten, nachdem er beim Wolfsburger Manager Klaus Allofs seinen Wechselwunsch zwar angemeldet hatte, aber kein Verein bereit war, die bis Ende Juni gültige Klausel zu nützen, den Linksverteidiger für 25 Millionen Euro zu übernehmen. Wer indes sah, wie sich Rodriguez beim Bundesligastart in Augsburg über sein Freistosstor freute, kann nicht glauben, dass es für ihn eine Katastrophe ist, beim VfL zu bleiben.

Bleibt Lichtsteiner, der nach der Verpflichtung von Dani Alves bei Juventus keine guten Perspektiven hat. Der von den Turinern nicht mal mehr auf die Liste der Champions-League-Spieler gesetzt wurde, aber gleichwohl keine Freigabe für Inter Mailand erhielt. Sommer macht sich dennoch keine Sorgen um «seinen» Captain und dass sich daraus ein zweiter «Fall Inler» entwickeln könnte. «Es ist zwar sicher nicht einfach für ihn. Aber ich kenne Stephan und seinen Charakter. Er ist stark genug, um sich nicht unterkriegen zu lassen. Für die Nati wird sich daraus bestimmt kein Problem ergeben.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1