Tennis
Yann Marti spielt wohl nie Davis Cup für die Schweiz

Der Zentralvorstand von Swiss Tennis hat entschieden, dass der leistungsabhängige Unterstützungsvertrag mit Yann Marti per sofort aufgelöst wird. Dies gab Swiss Tennis am Donnerstag in einer Mitteilung bekannt.

Fabio Baranzini
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Nie mehr Davis Cup für Yann Marti? Der Vertrag wurde heute aufgelöst.

Nie mehr Davis Cup für Yann Marti? Der Vertrag wurde heute aufgelöst.

Keystone

Der Grund dafür war das vom Verband als unsportlich taxierte Verhalten des 26-jährigen Wallisers, der anlässlich der ersten Davis-Cup-Begegnung des Jahres in Belgien vorzeitig abgereist war, weil er von Captain Severin Lüthi nicht für das Einzel am ersten Spieltag nominiert wurde.

Die Auflösung des Vertrags mit Marti, der seit Juli 2014 gültig war, hat vor allem finanzielle Auswirkungen für die aktuelle Nummer vier der Schweiz. «Wenn Yann Marti erfolgreich spielte, wurde er von uns dafür finanziell unterstützt. Diese Entschädigungen fallen nun weg», bestätigt Sandra Pérez, Kommunikationschefin von Swiss Tennis. Ebenfalls wird Marti vom Schweizerischen Tennisverband keine Wild Cards mehr erhalten. «Diese Massnahme gilt für zwei Jahre», so Pérez.

Möglich, aber unrealistisch

Wie die Zukunft von Yann Marti im Schweizer Davis-Cup-Team aussieht, ist hingegen weiterhin unklar. Der Zentralvorstand von Swiss Tennis, der die Auflösung des Vertrags angeordnet hat, fällte keinen Entscheid bezüglich Martis Teilnahme am Davis Cup, da dies nicht in seine Kompetenzen fällt. «Die nächste Davis-Cup-Partie folgt erst in sechs Monaten und die Nomination wird von Captain Severin Lüthi vorgenommen», so Pérez. Theoretisch ist es also nach wie vor möglich, dass Marti in Zukunft wieder Teil des Schweizer Davis-Cup-Teams sein wird.

Nachdem anlässlich des Turniers in Indian Wells jedoch sowohl Roger Federer als auch Stanislas Wawrinka Marti für sein Verhalten harsch kritisiert hatten und Swiss-Tennis-Präsident René Stammbach zuvor bereits hatte verlauten lassen, dass Marti nicht mehr Davis Cup spiele, so lange er Präsident sei, ist davon auszugehen, dass Yann Marti im Davis Cup vorläufig nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Dies, obwohl der Walliser auch nach dem Eklat in Belgien festhielt, dass es für ihn weiterhin ein Traum sei, für die Schweiz im Davis Cup zu spielen.

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