Interview

Xherdan Shaqiri: «Auch Stoke City kann Meister werden»

Xherdan Shaqiri: «Es zeichnet mich aus, dass ich Spiele entscheiden kann.»

Xherdan Shaqiri: «Es zeichnet mich aus, dass ich Spiele entscheiden kann.»

Xherdan Shaqiri spricht über seine Saison, das Nationalteam und seine Zukunft, die wieder Titel bringen soll.

Xherdan Shaqiri, die Schweiz reist nächste Woche auf die Färöer Inseln zum letzten WM-Qualifikationsspiel der Saison. Die Tabelle sagt: fünf Spiele, fünf Siege – wie nahe ist die WM in Ihren Gedanken schon?

Xherdan Shaqiri: Weit weg. Was hingegen stimmt: Wir haben jeden Match gewonnen. Wir sind Erster. Und darum auf bestem Weg zur WM. So muss es weitergehen. Aber es gibt trotzdem einiges zu verbessern. Wir müssten noch effizienter werden. Und bessere letzte Pässe spielen.

Das Team der Färöer ist keine Grossmacht…

… stimmt, drei Punkte sind Pflicht für den Gruppenersten – und dann haben wir die Ferien verdient. Aber: Es gibt keinen Grund, diesen Gegner zu unterschätzen. Über die letzten Jahre sind alle sogenannt «Kleinen» besser geworden. Es gibt in vielen Ländern enorme Talente. Und diese werden nun in guten Akademien ausgebildet – nicht nur in der Schweiz.

Die Schweizer im letzten Spiel Färöer.

Die Schweizer im letzten Spiel Färöer.

Zuerst steht noch das Testspiel gegen Weissrussland an. Was ist das Wichtigste in dieser Partie?

Dass wir fit bleiben und uns keine Verletzungen holen. Und wie immer so auftreten, dass wir uns nachher keine Vorwürfe machen oder gefallen lassen müssen.

Beide Partien finden auf Kunstrasen statt. Was halten Sie davon?

Wir können unser Spiel umstellen. Dafür sind wir professionell genug. Natürlich fühlen sich die meisten vor allem auf richtigem Rasen wohl. Nicht für jedes Gelenk ist der Kunstrasen gut. Aber da müssen wir nun durch. Der Ball springt nicht so sehr wie auf Naturrasen, und es geht alles viel schneller. Das müsste einer technisch versierten Mannschaft wie der Schweiz eher entgegenkommen.

An der EM haben Sie im Achtelfinal gegen Polen mit Ihrem Wundertor gezeigt, ein Mann für wichtige Momente zu sein. Welche Erwartungen an sich selbst haben Sie derzeit im Nationalteam?

Ich weiss, was ich kann. Und es hat mich schon immer ausgezeichnet, dass ich Spiele entscheiden kann. Egal, ob in der Nati oder im Verein. Aber – und das ist wichtig – an erster Stelle steht die Mannschaft. Ich will dem Kollektiv helfen. Ein schöner Pass kann genauso wertvoll sein wie ein tolles Tor.

Shaqiri Goal vs Poland Euro 2016

Shaqiris Tor gegen Polen ist sehenswert.

Sie spielen nun seit 18 Monaten in England. Ist die Premier League die beste Liga der Welt?

In der Tat! Es geht immer zur Sache. Jedes Spiel ist wie ein Endspiel. Ich kann den Vergleich zu Deutschland und Italien ziehen. Es ist definitiv die anstrengendste Liga der Welt.

Wie beurteilen Sie Ihre Saison bei Stoke City?

Wir erlebten als Team ein Auf und Ab. Ich kam zu Stoke mit dem Auftrag, ein Leader zu sein. In der letzten Saison gelang uns ein Schritt nach vorne, es war die beste Saison der Vereinsgeschichte. Nun wollen wir im Sommer wieder angreifen.

In dieser Saison lief es weniger gut. Es resultierte nur der 13. Rang.

Das ist so. Aber wir alle wissen, dass wir ein viel besseres Team haben, als es die Tabelle aussagt.

Sie haben in Ihrer Karriere schon zwölf Titel gewonnen. Was wäre für Sie mit Stoke City ein Erfolg?

Ich versuche, den Klub nach vorne zu bringen. Als Leader. Aber ich sage klar auch: Ich will wieder um Titel spielen in Zukunft. Und auch in der Champions League spielen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

Was haben Sie für Erwartungen an den Klub?

Ich gehe davon aus, die Verantwortlichen schauen jede Position an. Schauen, was der Mannschaft helfen kann. Wir müssen uns verstärken! Die anderen tun es ja auch. Und wenn uns einige Ergänzungen gelingen, dann können wir voll angreifen – und wir wissen ja am Beispiel von Leicester City, was möglich ist.

Sie denken, auch Stoke City kann gelingen, was Leicester vollbrachte: Meister werden?

Ja, das halte ich für möglich.

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