Fussball

Wutanfall von Trainer Magnin trotz Überraschungssieg

FCZ-Präsident Ancillo Canepa muss Trainer Ludovic Magnin (Mitte) zurückhalten, der dem Schiedsrichter die Meinung geigt (Bild: key).

FCZ-Präsident Ancillo Canepa muss Trainer Ludovic Magnin (Mitte) zurückhalten, der dem Schiedsrichter die Meinung geigt (Bild: key).

Das Fussballwochenende hat es in sich: Der FC Zürich schlägt den FC Basel und macht die Young Boys zum neuen Super-League-Leader; in der Bundesliga verteidigt Borussia Mönchengladbach dank Schweizer Toren von Elvedi und Zakaria die Spitze – und in Kiel passiert in der 2. Bundesliga ganz Kurioses.

YB trotzt der brutalen Verletzungshexe

Am Schluss flippt Ludovic Magnin wieder einmal aus. Beschwert sich wie ein Bekloppter wegen eines nicht gegebenen Corners beim Schiedsrichter und erhält von diesem die rote Karte. Zumindest am Mittwoch im Cup in Bern gegen YB wird er gesperrt sein. «Das war dumm von mir», sagt der FCZ-Trainer hinterher, «ich hatte nicht bemerkt, dass das Spiel bereits zu Ende war.» Dennoch erscheint er gut gelaunt zum Interview. «Eine Topleistung mit Big Points», lobt Magnin sein Team für den 3:2-Sieg gegen Leader Basel.


Profitiert vom Ausrutscher der gedanklich müde wirkenden Basler haben nach einem 4:2-Heimsieg über Thun die Young Boys, die just zum Abschluss des ersten Saisondrittels wieder die Tabellenführung übernommen haben und weiter ungeschlagen sind. Die Serie des Meisters ist angesichts des unglaublichen Verletzungspechs bewundernswert. Denn die langzeitverletzten Camara, Hoarau, Lauper, Martins, Sierro und Sulejmani sind allesamt Stammspieler. Gegen Thun hat nun auch noch Captain Lustenberger gefehlt; er fällt für einen Monat aus.

Mönchengladbach und seine Schweizer top

Theoretisch «hätte »der Bundesliga-Sonntag mit den Partien Wolfsburg gegen Augsburg und Gladbach gegen Frankfurt aus Schweizer Sicht zu einem Tag der Superlative mit zwölf(!) involvierten Eidgenossen werden können. Weil aber Mehmedi (verletzt), Mbabu und Steffen (beide Ersatzbank) bei Wolfsburg nicht zum Einsatz gelangen, kommen «nur» neun zum Zug.

Trainer Schmidt führt die Augsburger mit Lichtsteiner und Vargas zu einem 0:0, danach stehen mit Sommer, Embolo (scheidet nach einer halben Stunde verletzt aus), Zakaria, Elvedi (alle Gladbach) sowie Fernandes und Sow alle Schweizer von Beginn an auf dem Rasen.

Die Fohlen gewinnen dank Toren von Elvedi zum 3:1 und Zakaria zum 4:2 und bleiben Leader.
Für die Statistik des Wochenendes sorgt aber ein Pole: Lewandowski trifft auch gegen Union Berlin und ist der erste Spieler in bisher 56 Bundesliga-Jahren, der in den ersten neun Partien mindestens einmal skort. 13 Tore sind es total. Selbst der legendäre Torschützenrekord von «Bomber» Gerd Müller, der 1971/72 40 Treffer erzielt hatte, scheint nicht mehr unerreichbar.

Der FC Liverpool ringt starke Spurs nieder

Dank einem hart erkämpften 2:1-Heimsieg gegen ein starkes Tottenham wahrt der FC Liverpool die sechs Punkte Vorsprung auf Manchester City. Während der Schweizer Ajeti für West Ham zu einem Kurzeinsatz kommt (1:1 gegen Sheffield), muss Landsmann Schär bei Newcastle (1:1 gegen Wolverhampton) verletzungsbedingt passen.

Aufsteiger Granada nützt Gunst der Stunde

Weil der Clasico zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid wegen der Unruhen in Katalonien verlegt worden ist, hat Aufsteiger Granada die Chance, sensationeller Tabellenführer in der Primera Division zu übernehmen. Er nützt sie mit einem 1:0 über Betis Sevilla. Die Andalusier haben das drittkleinste Lohnbudget der Liga.

Nicht gespielt, aber Penalty verschuldet

Eine besondere Kuriosität ereignet sich in der 2. Bundesliga. In Kiel stoppt der ausserhalb des Spielfeldes postierte Ersatzspieler Eberwein auf der Strafraumgrenze einen das Tor verfehlenden Schuss eines Bochumers. Die Verblüffung ist gross, als der Schiedsrichter regelgemäss einen Penalty gegen Kiel verhängt und Eberwein die gelbe Karte zeigt.

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