Müller hier, Müller da. Deutschland jubelt über ihren Knipser. Ist der Mann, der aussieht wie ein Fünftliga-Kicker mit unkontrollierten Beinen, wirklich ein Topstürmer?

Fussballexperten werweisen und diskutieren viel über Müller. Er ist kein Techniker wie Neymar oder Cristiano Ronaldo. Aber er hat einen Torriecher wie kaum ein anderer.

Jetzt meldet sich José Mourinho zu den vielzähligen Diskussionen. Der Startrainer verwirft die Hände und spottet über den Mann, der zum WM-Auftakt ein Hattrick erzielt und damit die Torschützenliste der laufenden WM anführt.

«Ich möchte Thomas Müller mal gegen eine kompakte Defensive sehen. Dann wird er gefordert sein. Portugal war doch viel zu schwach», sagte der Portugiese im Interview bei Yahoo Eurosport: «Es gibt einige Mannschaften bei dieser WM, die viel besser verteidigen, die dichter und gestaffelter und nicht so hoch stehen. Dann wird Müller wohl seine Probleme haben», so der Chelsea-Trainer.

Natürlich bekam er für die drei Toren von Mourinho auch Lob. «Müller ist unglaublich dynamisch. Er hat einen einzigartigen Torinstinkt, und er findet Räume auf dem Platz, die kein anderer kennt», sagte der 51-Jährige. Dennoch: «Ich bleibe dabei. Deutschland hat trotz Thomas Müller keinen echten Stürmer in der ersten Elf.»

Und «Nordwestschweiz»-WM-Tickerer Renato Schatz schrieb noch vor dem Anpfiff des Spiels Deutschland-Portugal: «Es wird mir langsam bewusst: Ja, Thomas Müller läuft auf. Herrlich! Wunderbar! Er spielt wie die Jungs in der Primarschule, die in die Jugi gehen. Völlig unorthodox, als hätten sie noch nie gegen den Ball getreten. Und dann bringen sie die Pille trotzdem im Kasten unter. Sehr zum Ärger von denen, die im Verein spielen und eigentlich den Mädchen imponieren wollen.» (sha/sid)