WM14

«Es sind noch zwei Schritte bis zum Himmel – Wir sind heiss»

Die Brasilianer marschieren fürs Spiel gegen Kolumbien aufs Feld. Ob sie dies nun auch ohne Neymar so stolz und vereint tun werden?

Eine vereinte Truppe

Die Brasilianer marschieren fürs Spiel gegen Kolumbien aufs Feld. Ob sie dies nun auch ohne Neymar so stolz und vereint tun werden?

Der Halbfinalkracher zwischen Brasilien und Deutschland steht an - und der Gastgeber ist so unberechenbar und so heiss wie nie. Jetzt erst recht heisst das Motto der Brasilianer. Setzt Neymars WM-Aus Kräfte frei?

Der Traum vom WM-Titel lebt – auch ohne Neymar. Brasilien brennt auf das heutige Duell gegen Deutschland und geht mit jeder Menge Trotz in den Halbfinalkracher in Belo Horizonte.

«Es sind noch zwei Schritte bis zum Himmel», sagte Trainer Luiz Felipe Scolari. Er wollte nicht verraten, wer den verletzten Superstar Neymar auf dem Weg in den Final ersetzen soll.

Die Seleção ist auch ohne ihr Wunderkind fest entschlossen, sich auf ihrer Mission unsterblich zu machen. Im Trainingscamp in Teresópolis schworen sie sich: jetzt erst recht! «Wir wissen, dass Neymar Spiele entscheiden kann. Ohne ihn wird es schwierig», sagte Willian.

Willian hat heute aller Voraussicht nach die schwierige Aufgabe, den verletzten Neymar im Team der Brasilianer zu ersetzen.

Willian hat heute aller Voraussicht nach die schwierige Aufgabe, den verletzten Neymar im Team der Brasilianer zu ersetzen.

«Aber unsere Gruppe ist stark. Sein WM-Aus hat uns traurig gemacht, aber wir sind jetzt noch stärker, um uns den Traum vom WM-Titel zu erfüllen.» Der schnelle und trickreiche Flügelspieler vom englischen Topklub FC Chelsea gilt als Favorit für die Neymar-Nachfolge. Aber auch Bernard, Ramires und Jô machen sich Hoffnungen auf die Startelf. Keiner von ihnen kommt an die Klasse von Neymar heran – aber ohne den Hochbegabten ist Brasilien unberechenbar.

«Wir müssen Krieger sein»

Auch Bastian Schweinsteiger sieht in dem Fehlen von Neymar keinen Vorteil für die deutsche Mannschaft. «Das schweisst sie eher noch mehr zusammen und macht sie noch gefährlicher», sagte der 29-Jährige vom FC Bayern, der sich schon auf das Duell mit seinem Klubkollegen Dante freut. Dante dürfte für den gelb-gesperrten Captain Thiago Silva in die Innenverteidigung rücken.

«Der Vorteil ist, dass wir wissen, wie er spielt und was er kann. Der Nachteil ist, dass er das auch von uns weiss», sagte Schweinsteiger: «Ausser bei Thomas Müller, da weiss man nie, was kommt.»

Power, Leidenschaft und Kampf bis zum Schluss: Brasilien wird versuchen, die deutsche Abwehr 90 Minuten unter Dauer-druck zu setzen und mit aller Härte vor dem eigenen Tor eine gelbe Wand hochziehen.

96 Fouls haben die Statistiker von Brasilien schon gezählt, Deutschland kommt auf 57. Brasilien kassierte zehn gelbe Karten, die Deutschen vier.

Zudem spielen die Brasilianer viel weniger Pässe (1816 zu 2938). «Wir müssen für Neymar spielen, für Thiago Silva und mehr als zuvor Krieger sein», sagte Abwehrchef David Luiz, der die Seleção in Abwesenheit von Thiago Silva als Captain aufs Feld führen wird.

Die Verletzung von Neymar war ein Schock, aber 200 Millionen Brasilianer klammern sich an die Hoffnung. Auch der verlorene Sohn stachelte seine Kollegen vor dem mit Spannung erwarteten Aufeinandertreffen noch einmal an.

«Man hat mir den Traum genommen, einen WM-Final zu spielen, aber der Traum, Weltmeister zu werden, ist noch nicht zu Ende», sagte Neymar, der in Belo Horizonte sogar als Edelfan auf der Tribüne sitzen könnte: «Es fehlen noch zwei Spiele, und ich bin mir sicher, dass meine Kumpels alles dransetzen werden, den Pokal in die Höhe zu halten.»

Hoffnung macht den Brasilianern auch die Geschichte. Vergleiche mit der WM 1962 in Chile werden herangezogen, als im zweiten Spiel der Vorrunde Pelé mit einem Muskelfaserriss für den Rest des Turniers ausfiel.

Amarildo ersetzte ihn und schoss im letzten Vorrundenspiel gegen Spanien beide Tore zum 2:1-Sieg. Und das Team schaffte es danach auch ohne Pelé, den Titel als bislang letztes Team erfolgreich zu verteidigen.

Amarildo traf beim 3:1-Sieg im Final gegen die Tschechoslowakei noch einmal. 52 Jahre später soll nun Willian in die Bresche springen.

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