In der "Schweizer Gruppe" präsentiert sich die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag spannend. Hinter dem souveränen Leader Frankreich, der die Achtelfinal-Qualifikation so gut wie auf sicher hat, kämpfen die restlichen Mannschaften um Rang 2. Im Moment noch nehmen die Ecuadorianer diese Position ein, weil sie im Vergleich mit den punktgleichen Schweizern das bessere Torverhältnis aufweisen.

Die Equipe von Reinaldo Rueda muss allerdings am Mittwoch noch gegen die enorm formstarken Franzosen antreten. Sollte Ecuador verlieren, reicht der Schweiz in Manaus gegen Honduras gleichzeitig ein Unentschieden für den Einzug in die K.o.-Runde. Die Mittelamerikaner benötigen für das Weiterkommen einen Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied und Schützenhilfe aus Frankreich. Die jeweiligen Tordifferenzen könnten am Ende entscheidend sein.

Ecuador und Honduras lieferten sich im direkten Vergleich in der "Arena da Baixada" einen offenen Schlagabtausch, bei dem sich der Underdog aus der CONCACAF-Zone nicht versteckte. Nach einer halben Stunde lag Honduras in Front. Sturmspitze Carlo Costly behauptete sich in einem Luftkampf und vollstreckte mit einem strammen Schuss. Der 31-Jährige, der in seiner Karriere weit herumgekommen ist (u.a. Engagements in Polen, Rumänien, Griechenland, China und den USA), beendete für seine Nation mit seinem 32. Länderspiel-Treffer eine lange Durststrecke.

Die "Catrachos" konnten nach 511 Minuten endlich wieder einmal an einer WM ein eigenes Tor bejubeln. Die Dürre hatte seit ihrem Endrunden-Debüt 1982 und dem Goal von Antonio Laing beim 1:1 gegen Nordirland angehalten. Vor 32 Jahren hatte übrigens auch Costlys Vater Allan im WM-Kader gestanden.

Für Honduras hatte ein Angriffs-Muster zum Erfolg geführt, das die Mannen von Trainer Luis Suarez in der Partie gegen Ecuador oft bemühten. Costly wurde immer wieder mit langen hohen Bällen gefüttert. Und nicht nur beim 1:0 konnte der "Wandervogel" etwas mit diesen Vorlagen anfangen. Kurz vor der Pause scheiterte er mit einem Kopfball am einen Pfosten. Sturmpartner Jerry Bengtson verwertete zwar den Abpraller, wurde aber zurückgepfiffen, weil der australische Schiedsrichter ein Hands gesehen hatte.

Costly jedenfalls hat im Hinblick auf den Mittwoch schon mal Warnsignale an die Schweizer Verteidiger ausgesendet. Er dürfte in Manaus der grösste honduranische Trumpf in der Offensive sein. Generell jedoch sind die Möglichkeiten des Teams im Angriff aufgrund des mageren Potenzials beschränkt. Wenn Costly gegen Ecuador nicht in Erscheinung trat, strahlte Honduras noch am ehesten durch Weitschüsse oder Standardsituationen Gefahr aus. Abwehr-Hüne Victor Bernardez wartete einmal mit einem satten Freistoss auf.

In der Defensive gehen die Honduraner erwartungsgemäss sehr rustikal zu Werke. Mit der Physis machen sie technische Defizite wett. Sie waren gegen Ecuador dennoch nicht gefeit vor Fehlern. Die nicht sonderlich beweglichen Verteidiger wirkten anfällig, wenn sie mit Tempo konfrontiert wurden. Bei den Gegentoren reagierte man zu spät, was Enner Valencia zu bestrafen wusste. Der ecuadorianische Stürmer mausert sich zum Top-Goalgetter. Beim Ausgleich drückte er den Ball mit letztem Einsatz über die Linie, nachdem ein Schuss von Paredes eher zufällig bei ihm gelandet war. Beim 2:1 verwertete Valencia per Kopf eine Freistoss-Flanke von Walter Ayovi - dieses Tor war praktisch eine Kopie des 1:0 gegen die Schweiz mit den gleichen Protagonisten. Enner Valencia stahl also erneut seinem prominenteren Namensvetter Antonio Valencia von Manchester United die Show.

Im ecuadorianischen Lager war die Erleichterung gross nach dem Sieg. "La Tricolor" hatte dem Druck standgehalten. Bei einer weiteren Niederlage wäre sie ausgeschieden gewesen. Der kolumbianische Trainer Reinaldo Rueda, der an der WM 2010 noch Honduras betreut hatte, meinte zur Partie: "Gegen Honduras haben wir zum Glück jeweils im richtigen Zeitpunkt ein Tor geschossen." Bei ihm lebt der Glaube an die Achtelfinal-Qualifikation ebenso wie bei seinem unterlegenen Landsmann Luis Suarez. Der Schweiz sollen keine Geschenke gemacht werden.

Honduras - Ecuador 1:2 (1:1)

Arena da Baixada, Curitiba. - 39'000 Zuschauer. - SR Williams (Au). - Tore: 31. Costly 1:0. 34. Enner Valencia 1:1. 65. Enner Valencia 1:2.

Honduras: Valladares; Beckeles, Bernardez, Figueroa, Izaguirre (46. Juan Carlos Garcia); Boniek Garcia (82. Marvin Chavez), Garrido (71. Mario Martinez), Claros, Espinoza; Bengtson, Costly.

Ecuador: Dominguez; Paredes, Guagua, Erazo, Walter Ayovi; Antonio Valencia, Minda (83. Gruezo), Noboa, Montero (91. Achilier); Caicedo (82. Mendez), Enner Valencia.

Bemerkungen: Honduras ohne Wilson Palacios (gesperrt). 45. Kopfball von Costly an den einen Pfosten, Bengtson verwertet Abpraller, Tor aber wegen Hands annulliert. - Verwarnungen: 7. Bernardez (Foul). 45. Bengtson (Hands). 57. Antonio Valencia (Foul). 72. Enner Valencia (Ballwegschlagen). 80. Montero (Unsportlichkeit).

Rangliste: 1. Frankreich 2/6 (8:2). 2. Ecuador 2/3 (3:3). 3. Schweiz 2/3 (4:6). 4. Honduras 2/0 (1:5).

WM2014 Scoreradar-Initialisierung (Nicht ändern oder löschen!)



WM2014 Container-Livetracker (Nicht ändern oder löschen!)

WM2014 Konfigurator Honduras-Ecuador