Über diese Szenen diskutierte die halbe Welt: ein ungerechtfertigter Penalty für Brasilien, eine nicht gesehene (Biss-)Tätlichkeit des Uruguayers Luis Suarez, zu Unrecht aberkannte Tore von Bosnien und Mexiko, ein nicht gesehener Penalty für den Iran. FIFA-Präsident Sepp Blatter will solche Diskussionen nicht mehr.

Geht es nach dem Walliser sollen in Zukunft den Trainern per Videobeweis zwei Einspruchsmöglichkeiten pro Spiel gegen Schiedsrichter-Entscheide gewährt werden.

Dies solle aber nur möglich sein, wenn das Spiel bereits unterbrochen sei, so Blatter in einem Interview, das auf der Fifa-Homepage aufgeschaltet wurde. "Wenn es darum geht, ob es ein Penalty oder kein Penalty war, innerhalb oder ausserhalb des Strafraums, ein Foul oder kein Foul, kann der Coach intervenieren."

Der Schiedsrichter werde dann die Szene auf einem Monitor anhand der TV-Bilder beurteilen, so wie dies die Eishockeyszene bei strittigen Szenen längst kennt.

Mit dieser Hilfe für die Referees solle es "mehr Gerechtigkeit" geben, erklärte Blatter.

Hinter Blatters Vorstoss steckt womöglich aber nicht nur der Sinn für Gerechtigkeit und grösseren Schutz für die Schiedsrichter.

Es dürfte auch sport-politisches Kalkül dahinterstecken. 2015 wählt der Fifa-Kongress den neuen (oder alten) FIFA-Präsidenten. Blatter will für eine weitere Amtszeit Präsident bleiben.

Sich gegenüber neuen Technologien und der Weiterentwicklung des Fussballs aufgeschlossen zu zeigen, kann unter Umständen nicht schaden.