WM14

2010 und 2014: Pep Guardiola, der heimliche Doppelweltmeister

Pep Guardiola bei der Feier zum deutschen Cup-Gewinn mit Bayern-München im Mai 2014.

Pep Guardiola bei der Feier zum deutschen Cup-Gewinn mit Bayern-München im Mai 2014.

Die WM 2014 ist Geschichte, Deutschland ist zum vierten Mal Weltmeister und schliesst damit zu Italien auf. Der Weltmeistertrainer heisst Jogi Löw. Aber der heimliche Schaffer des Erfolgs heisst: Pep Guardiola.

Ballbesitz und Spielkontrolle: Der Stil der Deutschen Nationalelf unter Trainer Jogi Löw. Aber diese Attribute erinnern doch auch an einen anderen Top-Trainer? Genau! An den Spanier Josep, kurz Pep, Guardiola. Sein sogenanntes „Tiki Taka“ war lange zu sehen beim FC Barcelona, wo Guardiola ab 2008 in vier Jahren unglaubliche 14 Titel holte (u.a. zweimal die Champions League). Seit letztem Jahr trainiert Guardiola den FC Bayern München mit dem Schweizer Xherdan Shaqiri. Und setzt auch dort auf sein altbewährtes Spielsystem. Fast überflüssig zu erwähnen, dass Guardiola auch bei den Bayern Erfolg hat. Meister und Cupsieger wurde er in der abgelaufenen Saison.

Gestern leitete Guardiola in München eine Trainingseinheit. Und durfte sich dabei auch ein bisschen als Weltmeister, oder zumindest als heimlicher Weltmeister-Trainer, fühlen.

Wieso? Nun, Guardiola trainierte 2010, als Spanien in Südafrika zum allerersten Mal den Weltmeisterpokal holte, den FC Barcelona. Sechs Barca-Akteure standen bei den Spaniern damals in der Startelf und die meisten von ihnen gehörten zu den Leistungsträgern: Xavi, Andres Iniesta, Carles Puyol, Gerard Piqué, Sergio Busquets und Pedro. Die Spanier wurden ausserdem 2008 und 2012 Europameister. Guardiolas Spieler gewannen in dieser Zeit fast alles, was es zu gewinnen gibt.

2014 trainiert Guardiola den FC Bayern München. Es ist nicht mehr das Barcelona-Tiki-Taka, aber die Spielweise, die er bei den Bayern spielen lässt, ist stark damit verwandt. Und bei Weltmeister Deutschland spielen wiederum sechs Stammspieler, die unter Guardiola trainieren: Manuel Neuer, Philipp Lahm, Jerome Boateng, Toni Kroos, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller. Dazu kommt Joker und Weltmeister-Schütze Mario Götze, ebenfalls ein Bayern-Spieler. Der Bayern-Coach auf „tz online“: „Glückwunsch an alle meine Spieler und Joachim Löw. Genießt diesen unglaublichen Titel!“

Natürlich leistet Bundestrainer Jogi Löw hervorragende Arbeit. Aber auch Pep Guardiola hat einen Anteil am vierten deutschen Weltmeister-Stern. Guardiolas Einfluss im Weltfussball ist unbestritten. Spanien 2010. Deutschland 2014. Wenn Guardiola 2018 doch nur einen Schweizer Klub trainieren würde…

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