Sotschi
Wird Putins heimliche Flamme das olympische Feuer entfachen?

Am Nordpol, auf dem höchsten Berg Russlands und im All war die Fackel bereits. Am Freitagabend wird mit ihr in Sotschi das olympische Feuer entzündet. Wem die Ehre zukommen wird, vor den Augen der Welt die Olympischen Spiele zu eröffnen, ist geheim.

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In Russland kursieren seit Jahren Gerüchte über eine Beziehung zwischen Kabajewa und Putin

In Russland kursieren seit Jahren Gerüchte über eine Beziehung zwischen Kabajewa und Putin

ZVG / kabaeva-alina.com

Ein Geheimnis wird im Vorfeld der Olympischen Spiele besonders gut gehütet: Wer ist Schlussläufer und eröffnet die Wettkämpfe mit dem Entfachen des Feuers? Idealer Nährboden für Gerüchte aller Art. Das ist auch vor den Winterspielen in Sotschi nicht anders. Besonders hartnäckig hält sich das Gerücht, Alina Kabajewa werde diese Funktion übernehmen.

Die 30-jährige Russin ist nicht nur Olympiasiegerin in der rhythmischen Sportgymnastik und sitzt in der Duma, dem russischen Parlament. Sie gilt seit Jahren auch als Geliebte des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Offiziell bestätigt ist die Beziehung zwar nicht, sie gilt in Russland allerdings als offenes Geheimnis.

Prinz William durfte nicht

Nicht immer erwiesen sich die Gerüchte um den Schlussläufer in der Vergangenheit als richtig. Bei den Sommerspielen vor zwei Jahren wurde gemunkelt, Prinz William entzünde mit der Fackel das olympische Feuer. Schliesslich waren es aber sieben junge britische Athleten, die ihren grossen Auftritt vor der Weltöffentlichkeit hatten.

Wer auch immer das Olympische Feuer entzündet, begibt sich in prominente Gesellschaft: Neben Boxlegende Muhammad Ali, Eishockeystar Wayne Gretzky, Uefa-Präsident Michel Platini kam auch schon dem norwegischen Kronprinzen Hakon die Ehre zu. Erstmals wurde an den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam ein olympisches Feuer entzündet. Den Fackellauf führten die Nazis 1936 an den Spielen in Berlin ein.

65'000 Kilometer unterwegs

Das Feuer wird traditionellerweise vom griechischen Olympia zum Austragungsort getragen. Den Organisatoren reichte es nicht, die Fackel auf dem direkten Weg aus Griechenland ans Schwarze Meer nach Sotschi zu transportieren. Zum ersten Mal flog die Fackel im November zur Internationalen Raumstation ISS, wo Kosmonauten sie auf einen Weltraumspaziergang mitgenommen haben. Aus Sicherheitsgründen musste sie für die Reise allerdings gelöscht werden.

Davor hatte ein Eisbrecher die Flamme bereits zum Nordpol gebracht. Ausserdem brachten sie Athleten auf den höchsten Berg Russlands, den über 5500 Meter hohen Elbrus im Kaukasus. Bis zum Schluss werden es 65'000 Kilometer sein. Rekordhalter bleiben trotzdem die Spiele von Peking mit mehr als doppelt so vielen Kilometern.

Der erste Fackelläufer, der griechische Skifahrer Giannis Antoniou, startete im September in Olympia
8 Bilder
Start der Rakete, welche die Fackel ins All brachte
Die Olympische Fackel in der Raumstation ISS
Auch durch Moskau trugen Athletinnen die Fackel
Wladimir Putin mit der Fackel in Moskau
Frenetischer Empfang für die Fackel im westsibirischen Tyumen
Aufstieg auf den über 5000 Meter hohen Elbrus im Kaukasus
Die Olympische Fackel auf dem höchsten Berg Russlands

Der erste Fackelläufer, der griechische Skifahrer Giannis Antoniou, startete im September in Olympia