Eidgenössisches
Wir stellen vor: Das ist Matthias Glarner - König der Schweiz

Der neue Schwingerkönig heisst Matthias Glarner – doch wer ist der Champion der Schweizer Schwinger? Welchen Rat ihm sein Vater zu Beginn der Karriere mit auf den Weg gab und wer Glarners Vorgänger sind.

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Kopie von Wer gewinnt: Orlik oder Glarner?
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Ein sichtlich erschöpfter und erleichterter Schwingerkönig.
Der neue Schwingerkönig wird auf die Schultern genommen.
Es ist passiert!
Glarner hat es geschafft: Orlik liegt besiegt vor ihm im Sägemehl.
Hier war es schon fast vorbei: Orlik liegt auf dem Rücken, aber ausserhalb des Sägemehls.
Es ist ein offener Schlagabtausch zwischen Glarner und Orlik im Schlussgang.
Die beiden Königs-Anwärter schenken sich nichts.
Der Bündner Armon Orlik.
Der Berner Matthias Glarner.
Der Bündner Armon Orlik.
Der Berner Matthias Glarner.
Der Bündner Armon Orlik.
Der Berner Matthias Glarner.
Der Bündner Armon Orlik.

Kopie von Wer gewinnt: Orlik oder Glarner?

Keystone

Der Schwingerkönig ist zum dritten Mal in Folge ein Berner. Am Eidgenössischen in Estavayer triumphierten aber weder Kilian Wenger noch Matthias Sempach, sondern der 30-jährige Haslitaler Matthias Glarner aus Meiringen.

Im Schlussgang vor gut 50'000 Zuschauern in der "Arène de la Broye" besiegte Glarner nach 13:30 Minuten den erst 21-jährigen Bündner Armon Orlik aus Maienfeld, einen der Animatoren des grossartigen und stimmungsvollen Eidgenössischen Schwingfests in der Broye-Arena in Estavayer-le-Lac.

Der Sportlehrer Matthias Glarner, Bruder des Super-League-Fussballers Stefan Glarner, hat mit seinem hochverdienten Triumph einen Fluch beseitigt, der für alle Schwinger 76 Jahre lang angehalten hat. Seit 1940 nämlich war nie ein Schwingerkönig älter als 29. Und seit jener Zeit wurde bis am Sonntag immerhin 25 Mal ein Schwingerkönig gekrönt.

Der Schlussgang bot phantastischen Schwingsport. Es standen sich ja auch die beiden Schwinger gegenüber, die das Fest in der Romandie am meisten geprägt hatten. Im gleichen Atemzug sind aber auch noch die vielversprechenden Youngsters Samuel Giger und Remo Käser zu nennen, die am Schluss direkt hinter dem routinierteren Glarner die Plätze 2 und 3 belegten.

Angriff auf Angriff

Im Schlussgang wagten beide Athleten Angriffsversuche, die aber vom jeweils anderen geschickt neutralisiert wurden. Es nahte bereits das Ende des auf 16 Minuten angesetzten Fights, und der neutrale Beobachter konnte mit fortwährender Dauer annehmen, dass der fast zehn Jahre jüngere Armon Orlik frischer sein könnte als der Routinier aus dem Berner Oberland. Aber exakt in dieser Phase überrumpelte Glarner seinen Widersacher mit einem ansatzlosen Angriff und bettete ihn ins Sägemehl - sehr zur Freude der Tausenden von Fans au dem Bernbiet.

Glarner sprach hinterher ins Mikrophon des Stadions und lobte unter anderem Armon Orlik als einen für sein Alter unglaublich starken und vielseitigen Schwinger. Er habe sich so gefreut und habe sogar fast Tränen bekommen, als er Orlik auf Videos habe schwingen sehen. Von den Jungen komme "geballte Power auf uns Alte zu", sagte Glarner. Orlik bezeichnete er als Versprechen für die Zukunft. Glarner brachte mit seinen Worten sofort auch die Fans auf der Nordostschweiz auf seine Seite. Aus diesem Publikumssektor erntete er tosenden Applaus.

Glarners Vorgänger

Glarners Berner Vorgänger waren zu unterschiedlichen Zeitpunkten aus der Entscheidung gefallen. Kilian Wenger musste seine Hoffnungen nach einer Niederlage und einem Remis schon in den ersten zwei Gängen begraben. Matthias Sempach fing sich nach dem Unentschieden zum Auftakt gegen Christian Schuler auf und schien wieder auf dem besten Weg zu sein, als er im 6. Gang eher unerwartet vom Luzerner Sven Schurtenberger gestoppt wurde.

Das Duell Orlik gegen Glarner war der erste eidgenössische Schlussgang zwischen den rivalisierenden grossen Verbänden Bern und Nordostschweiz seit 1983. Damals in Langenthal setzte sich der zweimalige Appenzeller König Ernst Schläpfer gegen den legendären Niklaus "Chlöisu" Gasser durch.

Wenn, dann richtig

Glarner schwingt seit 1994 und hat schon über hundert Kränze gewonnen.

Zum Schwingen kam er durch Familientradition: „Ihr müsst nicht, ihr dürft, aber wenn, dann macht ihr es richtig!“, soll sein Vater den Kindern mit auf den Weg gegeben haben. Matthias Glarner hats gemacht - richtig!

Das sind die Schwingkönige der letzten Jahrzehnte

- 2016 Matthias Glarner (Meiringen)

- 2013 Matthias Sempach (Alchenstorf)

- 2010 Kilian Wenger (Frauenfeld)

- 2007 Jörg Abderhalden (Nesslau

- 2004 Jörg Abderhalden (Nesslau)

- 2001 Arnold Forrer (Stein i.T.)

- 1998 Jörg Abderhaltden (Alt St. Johann)

- 1995 Thomas Sutter (Appenzell)

- 1992 Silvio Rüfenacht (Hasle-Rüegsau)

- 1989 Adrian Käser (Alchenstorf)

- 1986 Heinrich Knüsel (Abtwil)

- 1983 Ernst Schläpfer (Herisau)

- 1980 Ernst Schläpfer (Herisau)

- 1977 Arnold Ehrensberger (Winterthur)