Wimbledon
Viktorija Golubic verliert gegen Karolina Pliskova: Ende des Wimbledon-Märchens

Viktorija Golubic unterliegt der Tschechin Karolina Pliskova (29, WTA 13) mit 2:6, 2:6 und scheidet in den Viertelfinals von Wimbledon aus. In der Weltrangliste macht die 28-Jährige einen Sprung nach vorne.

Simon Häring
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Viktorija Golubic scheidet in Wimbledon in den Viertelfinals aus.

Viktorija Golubic scheidet in Wimbledon in den Viertelfinals aus.

Alberto Pezzali / AP

Im Alter von 28 Jahren erreichte Viktorija Golubic (WTA 66) in Wimbledon erstmals in ihrer Karriere die Viertelfinals eines Grand-Slam-Turniers, stiess damit in neue Sphären vor und sagte danach, nun sei alles möglich, auch der Turniersieg. Doch gegen die Tschechin Karolina Pliskova (29, WTA 13), die während acht Wochen die Weltrangliste angeführt hatte und im Verlauf des Turniers erst drei Breaks hat hinnehmen müssen, ist die Schweizerin chancenlos. Sie unterliegt mit 2:6, 2:6 und scheidet aus.

Golubic kann nur zu Beginn des ersten Satzes mithalten, verliert aber ab dem 2:2 sieben Games in Folge und gibt drei Mal in Folge ihren Aufschlag ab. Die 1,86 Meter gross gewachsene Pliskova, die 2016 im Final der US Open gestanden war, lässt bei eigenem Aufschlag fast nichts zu und muss im Verlauf der Partie nur drei Breakchancen abwehren – alle im gleichen Game. Im ersten Satz gewinnt Golubic als Rückschlägerin nur vier Punkte.

Golubic hat Pliskovas druckvollem Spiel wenig entgegenzusetzen.

Golubic hat Pliskovas druckvollem Spiel wenig entgegenzusetzen.

Facundo Arrizabalaga / EPA

Erstmals in den Top 50 der Weltrangliste

Dennoch verzückt Golubic phasenweise das Publikum, punktet mit ihrer Vorhand, der einhändigen Rückhand und überzeugt mit variantenreichem Spiel. Das bisher einzigen Duell - 2016 im Fed-Cup-Halbfinal in Luzern - hatte Golubic nach einem 3:6, 2:4-Rückstand gewonnen. Zu ihrer einzigen drei Breakchancen kommt Golubic beim Stand von 2:4 im zweiten Satz, findet aber zu selten ein Mittel gegen das druckvolle Spiel der Tschechin.

Anfang Jahr wurde Golubic noch im 138. Rang der Weltrangliste geführt, seither erreichte sie in Lyon und Monterrey den Final, bezwang im vierten Anlauf erstmals Landsfrau Belinda Bencic und stiess nun in Wimbledon als erste Schweizerin seit Timea Bacsinszky 2015 in die Viertelfinals vor. In der Weltrangliste stösst Viktorija Golubic damit erstmals in die Top 50 vor. Der Viertelfinal-Vorstoss bring ihr zudem den bisher grössten Preisgeld-Check ihrer Karriere: 350'000 Euro. Für die kommende Woche ist Golubic beim Sandturnier in Lausanne gemeldet. Ob sie dort antritt, ist offen.