Wimbledon
Roger Federer sagt nach seinem Viertelfinal-Aus: «Ich fühle mich schrecklich erschöpft»

Roger Federer (39) zieht nach dem Viertelfinal-Aus in Wimbledon ein positives Fazit. Wie seine unmittelbare Zukunft aussieht, konnte er in der Medienkonferenz nach dem Spiel aber noch nicht sagen.

Simon Häring
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Roger Federer zieht nach seinem Wimbledon-Aus ein positives Fazit.

Roger Federer zieht nach seinem Wimbledon-Aus ein positives Fazit.

Neil Hall / EPA

Roger Federer, was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie den Centre Court in Wimbledon verlassen haben?

Die letzten Games waren hart, weil ich spürte, dass ich nicht mehr zurückkommen werde. Das sind Situationen, die ich nicht gewohnt bin, speziell hier nicht. Aber die Zuschauer waren fantastisch, das liebe ich. Und das ist der Grund, weshalb ich immer noch spiele. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, die ich hier erfahren habe.

War das Ihr letzter Auftritt in Wimbledon?

Ich weiss es nicht, wirklich nicht. Ich muss mich erst sammeln. Es war jetzt über ein Jahr mein Ziel, noch einmal in Wimbledon zu spielen. Dass ich das in diesem Jahr geschafft habe, macht mich sehr glücklich. Nun, da Wimbledon vorbei ist, brauche ich ein paar Tage. Dann werden wir sehen, wie ich mich fühle. Wie geht die Reise weiter? Geht sie weiter? Dann muss ich mich fragen, was ich tun muss, um besser in Form zu kommen. Ich bin sehr glücklich, dass ich hier so weit gekommen bin und auf diesem Level gespielt habe nach allem, was war. Aber in meinem Alter weiss man nie.

Ob er noch einmal in Wimbledon spielen wird, lässt Federer offen.

Ob er noch einmal in Wimbledon spielen wird, lässt Federer offen.

Neil Hall / EPA

Ist der Rücktritt ein Thema für Sie?

Nein, ich hoffe nicht, dass das passieren wird. Es ist schon mein Ziel, weiterzuspielen. Aber jetzt, da Wimbledon vorbei ist, werde ich alles anschauen: Was war gut? Was war weniger gut? Wie fühlt sich der Körper an? Wie die Knie? Wie der Kopf? Ich nehme mir diese Zeit.

Welches Fazit ziehen Sie nach dem Turnier?

Ich bin sehr enttäuscht. Gleichzeitig fällt eine grosse Last von meinen Schultern, wenn ein Turnier vorbei ist. Ich bin schrecklich erschöpft, ich könnte gleich einschlafen. Aber dieses Gefühl wird nicht lange anhalten, ich kenne mich. Ich bin froh, bin ich so weit gekommen. In Wimbledon besteht immer die Gefahr, dass du früh verlierst und der Körper oder der Kopf nicht mitmachen. Ich konnte mir hier vieles beweisen. Am Ende merke ich, dass mir noch etwas fehlt. Ich habe alles probiert und ich glaube, ich habe das Beste rausgeholt.

Was fehlt Ihnen, um wieder das Beste rauszuholen?

Es gibt vieles das fehlt, wenn ich mich mit vor 10, 15 oder 20 Jahren vergleiche, als die Dinge sehr einfach und natürlich waren. Ich muss heute mental einen grösseren Effort leisten und mich immer wieder daran erinnern, was ich tun muss. Ich habe viele Ideen auf dem Platz, aber manchmal kann ich nicht tun, was ich tun will. Und doch habe ich das Gefühl, dass ich das Beste aus der Situation gemacht habe.