Unihockey

Wiler-Ersigen ist zurück auf dem Thron

Philipp Fankhauser stemmt den Meisterpokal in die Höhe.

Philipp Fankhauser stemmt den Meisterpokal in die Höhe.

Der SV Wiler-Ersigen ist zum elften Mal Schweizer Meister. Die Berner gewinnen den Superfinal in Kloten gegen Alligator Malans nach einem 2:5-Rückstand 7:6 nach Penaltyschiessen. Ein Drama, ein Penaltyheld und ein perfekter Abgang waren das Ergebnis.

Der SV Wiler-Ersigen ist Schweizer Meister 2017. In einem dramatischen Meisterschaftsfinale machte der SVWE nach einem grossartigen Comeback den 6:5-Erfolg über Alligator Malans im Penaltyschiessen perfekt und siegte damit bei der Neuauflage des Superfinals von 2015 erneut knapp über die Bündner.

Als wollten die Akteure die Entscheidungsfindung im kürzest möglichen Format von einem alles entscheidenden Spiel voll auskosten, musste der Schweizer Meister der Saison 2016/17 über die Maximaldistanz ermittelt werden. Nach sechzig Minuten, in denen die Malanser bereits wie die sicheren Sieger ausgesehen hatten, führte Wiler im Schlussabschnitt mit einer Triplette innert 45 Sekunden (!) den Ausgleich herbei. Weil danach die Torhüter beidseits ihre Arbeit makellos verrichteten, musste das Penaltyschiessen die Titelentscheidung bringen. Dort agierten die Bern-Solothurner abgebrühter und verfügten über einen starken Rückhalt, der zum Matchwinner avancierte: der Wangner und Wiler-Goalie Nicolas Wolf.

Spektakulärer Penaltyheld

Während die routinierten Tatu Väänänen und Patrick Mendelin für den SVWE ins Schwarze trafen, vereitelte Wolf sämtliche drei Versuche der Bündner auf teils spektakuläre Weise. «Ich versuchte, möglichst lange abzuwarten, um den Spieler zur ersten Aktion zu zwingen», erläuterte der 23-Jährige, der das Duell Spieler gegen Goalie zu seinen Vorlieben und Stärken zählt, seine Taktik. Dabei war es lange nicht sein Spiel, nicht sein Superfinal gewesen. Nur wenige Abschlüsse kamen auf sein Tor und dennoch musste er fünfmal hinter sich greifen, was hauptsächlich der beeindruckenden Effizienz im Malanser Konterspiel geschuldet war. Erst mit Fortdauer der Partie konnte sich der Wahl-Oltner allmählich auszeichnen. Besonders kurz vor Spielmitte, als die Bündner mit drei Treffern innert zweieinhalb Minuten scheinbar vorentscheidend auf 5:2 davonzogen, gab es für Wolf nichts zu halten. «Als Goalie bei Wiler hast du immer wenig Abschlüsse auf das Tor. Diese Saison habe ich dies als besonders extrem wahrgenommen. So siehst du als Goalie halt nicht immer gut aus», erzählte Wolf. Seine mentale Stärke und die Erfahrung aus der Meisterschaft hätten ihm dabei geholfen, die Ruhe zu bewahren. So warfen ihn die drei Gegentore im Mitteldrittel nicht aus der Bahn. Später in der Garderobe hätte niemand an der erfolgreichen Wende gezweifelt. Philipp Fankhauser, der auch in seinem letzten Karrierespiel bis zur letzten Minute keinen Einsatz und Aufwand scheute, pflichtete bei: «Wir waren absolut überzeugt, dass wir das Comeback schaffen würden.»

«Traumhafter» Rücktritt

Besagte Rückkehr in die Partie gelang denn auch in beeindruckender Manier: Innert 45 Sekunden besorgte der SVWE durch Daniel Sebek, Patrick Mendelin und Denny Känzig den 5:5-Ausgleich, womit die Malanser, die kurzzeitig den Faden verloren hatten und nervös agierten, bitter bestraft wurden. Damit wurde die Spannung auf die Spitze getrieben und fand ihren Höhepunkt mit dem Penaltyschiessen, wo der SVWE offensichtlich die grössere Erfahrung und die besseren Nerven aufwies. Mit Goalie Wolf wurde da der Held des Abends auserkoren, der hinterher allenthalben geherzt und bejubelt wurde. Der abtretende Philipp Fankhauser befand seinen Abgang mit dem neunten persönlichen und dem zwölften Schweizer-Meister-Titel in der Vereinsgeschichte als «traumhaft». Bereits vor einem Jahr hätte er mit dem Gedanken gespielt aufzuhören, doch nach dem damaligen Ausscheiden im Viertelfinal hätte er nochmals eine Saison anhängen müssen. «Dass ich nun auf diese Weise aufhören kann, ist schlicht genial», schwärmte der Utzenstorfer.

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