Basel - PSG
Wieder nur ein Anflug von Spektakel

In der heimischen Liga dreht der FC Basel seine einsamen Kreise. International kommt der Schweizer Krösus aber einfach nicht in fahrt. Sébastian Lavoyer sinniert über die Gründe, weshalb beim FCB der Schwung auf internationalem Parkett fehlt.

Sébastian Lavoyer
Sébastian Lavoyer
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Thomas Meunier entscheidet mit einem Traumtor in der Schlussphase das Spiel.
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Serey Die sieht die rote Karte.
Urs Fischer zeigt an, wie es gehen sollte.
Basel - Paris
FCB-Captain Delgado.
Matuidi bringt Paris in Führung.
Ärger bei Delgado: Der Mittelfeldstratege vergibt eine Chance in der ersten Halbzeit.
Omar Gaber (Mitte) ersetzt den verletzten Michael Lang.
Basels Adama Traore kämpft gegen Verratti (r,) und Di Maria.

Thomas Meunier entscheidet mit einem Traumtor in der Schlussphase das Spiel.

Keystone

Basel lechzt nach Spektakel. Endlich wiedermal eine magische Nacht, eine Nacht, die noch über Jahre in Erinnerung bleibt. Doch weder in der Super League noch in der Champions League will es gelingen. In der Meisterschaft kann sich der Serienmeister nichts vorwerfen lassen: Bis auf das 1:1 gegen Thun hat der FCB im Joggeli nur gewonnen. Aber eben: Verzückt oder verzaubert hat er höchstens phasenweise.

Über weite Strecken ist das auch gestern so. Basel verteidigt, Basel kämpft, Basel rackert – und kassiert trotzdem kurz vor der Pause das 0:1 durch Matuidi. Erst als Zuffi, kurz zuvor für Delgado eingewechselt, den Ausgleich erzielt, aus 40 Metern, mit einem Ball, der wohl als Flanke gedacht war, da kommt es auf, dieses Gefühl, etwas Besonderes zu erleben, da ist plötzlich Spektakel angesagt. Mitverantwortlich dafür ist auch Fischers Umstellen auf zwei Stürmer. Plötzlich kribbelts. Bis Meunier mit einem Traumtor auch diesen Hoffnungsschimmer erstickt.

Warum fehlt das Spektakel? Liegt es am Trainer? An den Spielern? Sowohl als auch. Der FCB Ausgabe 2016/17 hat nicht mehr so viel Spektakel-Potenzial wie noch letzte Saison. Zu gewichtig wiegt der Abgang von Breel Embolo, diesem Ausnahme-Talent. Zu lange fehlte sein designierter Ersatz Andraz Sporar. Der hat angedeutet, dass er grosses Potenzial hat. Es blieb bei Andeutungen. Seydou Doumbia der in Bern die Fans in Rauschzustände versetzte, läuft bisher noch seiner Form nach. In der Super League traf er zwar sieben Mal, doch in der Königsklasse sah man ihn – ausser in Paris – kaum.

Der dritte Mann im Sturm, Marc Janko, letzte Saison noch interner Torschützenkönig mit 20 Toren, scheint seit Ende August einen verstopften Torriecher zu haben. Einzig Captain Matias Delgado überzeugt derzeit offensiv. Kommen wir zum Trainer. Es ist verständlich, dass Urs Fischer sein Team defensiv einstellt, nicht ins Messer laufen will. Aber man fragt sich , was wäre möglich gewesen, wenn der FCB von Beginn weg offensiver und frecher aufgetreten wäre? Der frühere Verteidiger Fischer tendiert dazu, Risiken zu meiden. Aber hatte man nicht in Paris gesehen, wie anfällig der Gegner ist, hat das nicht Mut zum Risiko gegeben?

Wenigstens ein bisschen Spektakel hat Basel gekriegt. Und der FCB kann sich glücklich schätzen, dass Ludogorets gegen Arsenal noch 2:3 verlor. So bleibt wenigstens das Minimalziel, das europäische Überwintern in Griffweite. Der grosse Coup bleibt dieses Jahr aber aus.