Ski alpin

Wie unterschiedlich präparierte Pisten den Skicracks das Leben schwer machen

Marcel Hirscher fällt es in letzter Zeit häufig schwer, die richtige Materialeinstellung zu finden.

Marcel Hirscher fällt es in letzter Zeit häufig schwer, die richtige Materialeinstellung zu finden.

Marcel Hirscher und Henrik Kristoffersen stehen stellvertretend für alle Topprofis, die die Präparation der Piste kritisieren.

An der Pressekonferenz nach dem Slalom in Val d’Isère will der Moderator wissen, ob jemand noch eine Frage an Marcel Hirscher habe. Da meldet sich Henrik Kristoffersen: «Ja, ich habe eine Frage. Marcel, ist dir auch aufgefallen, wie unterschiedlich der Hang präpariert war? Erst ist der Schnee aggressiv, dann eisig, dann kompakt, bevor es nochmals eisig wird.»

Hirscher nickt und sagt: «Es ist ein Problem, das wir in letzter Zeit häufiger haben. Diese Entwicklung ist gefährlich für uns Athleten.»

Die Highlights des Herren Slaloms in Val d´Isére 2016

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Beide Athleten kritisieren die Präparation der Piste. «Wie sollen wir da die richtige Materialeinstellung finden?», fragt Hirscher. «Soll ich mitten im Lauf anhalten und die Ski wechseln?», fragt Kristoffersen.

Für beide besteht die Gefahr für die Athleten darin, dass das gewählte Material in einigen Passagen gut funktioniert, in anderen jedoch plötzlich kaum mehr Halt bietet. Die Gefahr eines Sturzes ist so überaus hoch.

Der Material-Bonus fällt weg

Die unterschiedliche Präparation der Pisten könnte Hirschers jüngst bemängelte Probleme mit der Materialabstimmung erklären und damit vielleicht die Frage beantworten, warum er nicht mehr regelmässig gewinnt. «Ich dürfte das ja nicht verraten, aber eigentlich fahre ich immer mehr oder weniger mit dem gleichen Set-up», sagt Kristoffersen.

Das heisst, der Norweger ist es sich gewohnt, sich stärker an die Piste anzupassen. Hirscher hingegen ist ein Material-Tüftler. Er passt den Ski allen Verhältnissen an. Nicht er ändert sich, das Material tut es. Weil er mittlerweile aber für einen Lauf faktisch drei oder vier verschiedene Abstimmungen bräuchte, fällt sein «Material-Bonus» weg.

Henrik Kristoffersen ist es sich gewohnt, sich stärker an die Piste anzupassen.

Henrik Kristoffersen ist es sich gewohnt, sich stärker an die Piste anzupassen.

Doch Kristoffersen freut das nicht. «Das Gefühl auf dem Ski ist einfach nicht gut. Es stimmt in vielen Passagen nicht. Ich wünsche mir, dass wir bald wieder auf gleichmässig präparierten Pisten fahren.»

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