Kolumne

Wie Roy Keane an Erling Haalands Vater Rache übte

Dortmunds Erling Haaland traf gegen Paris zweimal.

Dortmunds Erling Haaland traf gegen Paris zweimal.

Pedro Lenz schreibt in seiner Kolumne über Dortmunds treffsicheren Stürmer und dessen Vater. Alfie Haalands Begegnungen mit United-Bösewicht Roy Keane waren folgenschwer.

© CH Media

Seit er bei Borussia Dortmund in jedem Spiel ein bis zwei Tore schiesst, nennt man den Norweger Erling Haaland eine Naturgewalt. Der 19-Jährige, der zuvor schon bei Molde in Norwegen und bei RB Salzburg in Österreich für Furore sorgte, ist spätestens seit seinen beiden Champions-League-­Treffern gegen Paris Saint-­Germain weltberühmt.

Dass Erling Haaland als Naturgewalt bezeichnet wird, macht Sinn. Tritt er richtig an, bebt die Erde. Kommt er angebraust, wirbelt ein Orkan. Entlädt er seine Energie im Torschuss, gleicht dies einem Vulkanausbruch. Der Schweiger aus dem Norden redet nicht gern, lieber lässt er die Füsse sprechen.

Etwas anders verhielt sich sein Vater Alfie Haaland, der ebenfalls ein kraftvoller Fussballer war. Alfie Haaland redete gern und laut. Wie später sein Sohn Erling hatte Alfie Haaland sein Heimatland früh verlassen, um in der Fremde ein erfolgreicher Profi zu werden. Er spielte in Englands Premier League bei Nottingham Forest, Leeds United und Manchester City.

In einem Spiel mit Leeds gegen Manchester United, im September 1997, stolperte der heranbrausende Haaland in die Beine von Manchester-United-Captain Roy Keane. Keane ging zu Boden und blieb liegen. Da baute sich der erboste Haaland über Keane auf und brüllte ihn an, er soll gefälligst aufstehen und aufhören zu simulieren. Keane, der bei dieser Szene immerhin einen Kreuzbandriss erlitten hatte, merkte sich Haalands Gesicht.

Die nächsten vier Jahre geschah nichts zwischen den beiden. Die Szene schien vergessen. Doch im Jahr 2001, Alfie Haaland spielte inzwischen für Manchester City, kam Keanes Moment der Rache. Er wartete einen günstigen Moment ab, um Haaland im Flug mit gestreckten Beinen in die Knie zu fahren. Das Foul sah fürchterlich aus und Keane, der sofort vom Platz gestellt wurde, blieb auf dem Weg zur Dusche beim heulenden Haaland stehen, um ihn tüchtig zu beschimpfen.

Erling Haaland war zum Zeitpunkt des erwähnten Fouls erst ein paar Monate alt. Falls es im heutigen Profifussball überhaupt noch Typen wie Roy Keane gibt, muss Erling Haaland sie nicht fürchten. Er bewegt sich schneller, als andere foulen können.

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