Super League
Wie der FC Basel vom Ausscheiden gegen Sevilla profitiert

Am Mittwoch spielt der FC Basel ein zweites Mal innert Wochenfrist gegen den FC Lugano (ab 19.45 Uhr im Liveticker). Vor dem Spiel interessiert die Entwicklung der Mannschaft und die Frage, wann der FCB endlich Meister wird, mehr als der Gegner.

Céline Feller
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Zuletzt konnte der FCB ein 7:0 und ein 4:1 bejubeln. Haben die Spieler auch am Mittwoch wieder Grund zum Feiern?

Zuletzt konnte der FCB ein 7:0 und ein 4:1 bejubeln. Haben die Spieler auch am Mittwoch wieder Grund zum Feiern?

Keystone

Die brennendste Frage will Urs Fischer nicht beantworten. Dem ganzen «wann wird der FC Basel endlich Meister»-Thema geht der Cheftrainer immer wieder aus dem Weg und redet es klein. «Das ist bei uns nie ein Thema, sicher nicht. Für uns zählt nur das nächste Spiel.» Und das ist jenes gegen den FC Lugano. Das Zweite innert Wochenfrist.

In Lugano konnten die Basler 4:1 gewinnen, aber es wäre durchaus mehr drin gewesen. «Wir haben gut angefangen und schnell 2:0 geführt. Aber gleich nach unserem zweiten Tor hätten wir dann aber fast das 2:1 bekommen. Das müssen wir besser machen und die Konzentration bis zum Schluss hoch halten.» So wie in St. Gallen also? «Nein, auch dort gab es nach dem 1:0 für uns eine riesen Chance für St. Gallen.»

Die Minuten nach einem selber erzielten oder einem kassierten Tor seien ohnehin die grösste Schwierigkeit im Fussball, sagt Fischer. Natürlich könne man solche Situationen im Training simulieren. Aber am Ende ist es eine Sache des Kopfes.»

Wintervorbereitung als Schlüssel

Am Ende der beiden letzten Spiele reichte es aber immer zu einem souveränen Sieg. Seit der Niederlage in St. Gallen im November hat der FCB kein Liga-Spiel mehr verloren. Eine Tatsache, die Fischer zufrieden stellt. Auch, weil sich seine Mannschaft in jenen Punkten, die er in der Hinrunde immer kritisiert hatte, verbessert hat. «Ich darf schon sagen, dass ich mit der fussballerischen Entwicklung meiner Mannschaft zufrieden bin.» Der FCB hatte immer wieder verletzte Spieler, und doch habe die Mannschaft immer am Konzept festgehalten und sich insbesondere in der Defensive verbessert, so Fischer.

Dass diese Verbesserungen gelungen sind, sei aufgrund der guten Vorbereitung im Winter möglich gewesen. «Ich denke schon, dass diese 4-wöchige Vorbereitung wichtig war. Physisch ist man schnell bereit, aber das Miteinander, diese Automatismen, das muss man sich erarbeiten.» Und eben weil die Vorbereitung – unter anderem in Marbella – so optimal verlaufen sei, habe dies alles geklappt.

Safari geschont, Bjarnason fraglich, Jugendspieler im Aufgebot

Gegen den FC St. Gallen am Sonntag musste Behrang Safari zur Pause ausgewechselt werden. «Er hat keine Verletzung, aber er wird eine Pause bekommen, weil wir kein Risiko eingehen wollen», sagt Urs Fischer. Dasselbe gilt für Birkir Bjarnason. «Er hat einen Schlag bekommen, aber es sieht gut aus bei ihm. Aber auch bei ihm werden wir kein Risiko eingehen.» Aufgrund der zahlreichen verletzten oder angeschlagenen Spielern bekommen ein paar Jugendspieler eine Chance. So stehen Charles Pickel, Eray Cümart und Nicolas Hunziker gegen Lugano im Aufgebot. Nicht mit dabei ist Cedric Itten, der gesperrt ist.

Im Sommer sei es schwerer gewesen, sagt Fischer. Dort sind die teilweise neuen Spieler nach und nach eingetroffen, man hatte immer wieder Verletze zu beklagen und hatte aufgrund der vielen Spiele auch kaum Chancen, richtig gezielt zu trainieren. Seit dem Ausscheiden gegen Sevilla in der Europa League sind die englischen Wochen weniger geworden. «Es ist schon ein anderes Arbeiten, wenn man sich eine Woche auf ein Spiel vorbereiten kann oder wenn man nur regenerieren kann.»

Gegen Lugano war dies nicht der Fall. Der FCB bestreitet die zweite englische Woche in Folge. Aber nicht nur deshalb warnt Fischer vor dem morgigen Gegner. «Man muss vorsichtig damit sein, alles am 0:6, 0:7 und 1:4 (drei der vier letzten Resultate der Luganesi, Anm. d. Red.) aufzuhängen. Gegen Thun haben sie am Sonntag auch 2:1 gewonnen», so Fischer. Die Mannschaft spiele erfrischenden Fussball und sei jetzt eben in eine kleine Krise gelaufen. «Aber in der Vorrunde haben sie uns das Leben unglaublich schwer gemacht.»

An eine FCB-Niederlage glaubt aber ausserhalb des Vereins niemand. Viel mehr werden die ersten Planungen vorgenommen für eine allfällige Meisterfeier am Sonntag. Verliert YB nämlich eines seiner nächsten zwei Spiele, und der FCB gewinnt beide, dann kann auch Urs Fischer endlich und offiziell zu seinem ersten Meistertitel als Trainer des FC Basel Auskunft geben.

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