Ski-WM-Kommentar
Wie aus der Zweiflerin ein Champion wurde: Die Silbermedaille ist eine mentale Meisterleistung von Corinne Suter

Corinne Suter sorgte am Sonntag für das grosse Schweizer Ausrufezeichen an der Ski-WM in Åre. Claudio Zanini, unser Mann vor Ort in Schweden, erklärt im Kommentar, wie es dazu kommen konnte.

Claudio Zanini
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Die Fans verabschieden Lindsey Vonn gebührend.
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Ilka Stuhec jubelt nach ihrer Zieleinfahrt – später darf sie sich über die Goldmedaille freuen.
Lindsey Vonn bejubelt im schwedischen Renndress ihre Bronzemedaille zum Abschluss ihrer Karriere.
Ilka Stuhec (M.) bejubelt WM-Gold, Corinne Suter (l.) Silber und Lindsey Vonn Bronze.
Abfahrt Frauen
Guter Start von Corinne Suter: Bereits in der ersten Zwischenzeit verliert sie nur 4 Hundertstel auf Stuhec.
Ilka Stuhec (M.) bejubelt WM-Gold, Corinne Suter (l.) Silber und Lindsey Vonn Bronze.
6 Hundertstel Rückstand sind es bei der zweiten Zwischenzeit.
Strahlend im Ziel: Suter holt Abfahrts-Silber.
Lindsey Vonn überzeugt zum Abschluss ihrer Karriere noch einmal.
Titelverteidigerin Ilka Stuhec startet stark und nimmt Vonn bis zur ersten Zwischenzeit fast eine halbe Sekunde ab.
Mit Jasmine Flury kommt mit der Startnummer 2 die erste Schweizerin ins Ziel.
Die Startnummer 1 Viktoria Rebensburg kommt durch und überquert die Ziellinie nach 1:02.56 Minuten. Die erste Marke ist gesetzt.
Corinne Suter freut sich nach ihrer Fahrt. (Archivbild)

Die Fans verabschieden Lindsey Vonn gebührend.

Keystone

Fünf Tage nach ihrer Bronzemedaille im Super-G doppelt Corinne Suter in der WM-Abfahrt nach. Die Schwyzerin schiebt sich vor ihr früheres Idol Lindsey Vonn und gewinnt Silber. Gold geht an Ilka Stuhec. Die Slowenin, die mit Schweizer Stöckli-Ski fährt, verteidigt damit ihren Titel von St. Moritz 2017.

Die Erfolge von Suter sind erstaunlich. Vor dieser WM hatte die 24-Jährige noch keinen einzigen Podestplatz im Weltcup erreicht. In der laufenden Saison kam sie immer näher an die Top 3, es fehlte nur noch an Details. In der Abfahrt von Cortina war es ein einziger Hundertstel, der sie vom Podest trennte.

Die Kehrseite der Medaille

Als Corinne Suter im WM-Super-G am Dienstag der Durchbruch gelang, lernte sie sofort die Kehrseite der Medaille kennen. Wer auf dem Podest steht, steht auch im Fokus einer breiten Öffentlichkeit.

Der Weg vom Zielraum bis ins Bett wird anstrengender. Medientermine und Zeremonien nehmen kaum ein Ende. Den Rummel emotional zu verarbeiten, kann viel Zeit beanspruchen. Gerade bei Athletinnen, die erstmals eine Medaille gewinnen.

Von der Zweiflerin zum Champion

Die Super-G-Siegerin der WM 2017, Nicole Schmidhofer, hatte nach dem Titel in St. Moritz mehrere schlaflose Nächte. Bis zur Abfahrt konnte sie sich nicht erholen, das widerspiegelte sich in einem enttäuschenden 16. Platz.

Unter diesen Gesichtspunkten ist es vor allem eine mentale Meisterleistung, die Suter ablieferte. Ohne eine optimale Fahrt zu zeigen, holte sie Silber in der Abfahrt. Das Selbstbewusstsein, das ihr früher oft fehlte, scheint in diesen Tagen schier endlos zu sein. Aus der Zweiflerin wurde in Schweden ein Champion.

Den Rennbericht lesen Sie hier.

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